Audi setzt Scanner-Handschuhe in der Logistik ein

Foto: Audi

Der Vorlauf war kurz: Nach einer nur vierwöchigen Probephase hat sich der Logistikbereich des Automobilherstellers Audi entschlossen, die Ident-Technik im Werk Ingolstadt von konventionellen Scannern auf Scanner-Handschuhe umzustellen. So nutzen die Mitarbeiter im weltweiten Teileversand im CKD- Verpackungsbetrieb (Completely knocked down) jetzt den Handschuh „Mark“ mit eingearbeitetem Barcode-Scanner des Anbieters Pro Glove. Bei dieser Lösung wird der Scanvorgang durch ein einfaches Zusammendrücken von Daumen und Zeigefinger ausgelöst. Somit hat der Lagerarbeiter beide Hände frei für seine Tätigkeit und spart sich zusätzliche Handgriffe, etwa das Aufnehmen oder Ablegen des Scanners – ein Ergonomiegewinn. Zudem sollen sich laut Audi die reinen Laufwege spürbar verringert haben.

„Für unsere Mitarbeiter ist der Scanner-Handschuh eine echte Erleichterung. Sie sind damit flexibler, können sich gut bewegen und die Kartonagen einfacher scannen und verpacken“, erklärt Hartmut Bartsch, Leiter des CKD-Verpackungsbetriebs. „Zudem gestalten wir komplexe Logistikprozesse mithilfe des Handschuhs innovativ und effizienter.“

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Der Handschuh hat einen ergonomisch optimierten Triggerknopf am Zeigefinger, der per Daumendruck die Scanfunktion auslöst. Der Mitarbeiter muss nicht auf den Barcode fokussieren, da sich das Scannen in die natürliche Handbewegung integriert. Durch optische (LED-Licht), akustische (Buzzer) und haptische (Vibration) Signale weiß der Kommissionierer, dass der Artikel eingescannt wurde.

Der Scanner kommuniziert über Funk mit der Empfangseinheit. Dieser Access Point ist über USB oder einen gängigen seriellen Anschluss verbunden, die Installation zusätzlicher Software ist nicht notwendig. Der Akku ist für die Dauer einer Schicht ausgelegt und danach innerhalb von zwei Stunden wieder vollständig aufgeladen.

Audi hat die Lösung vier Wochen getestet und setzt nun die ersten Exemplare im CKD-Verpackungsbetrieb ein. Das ist der erste Schritt zum flächendeckenden Einsatz sogenannter Wearables in der Produktion. Parallel zum CKD-Verpackungsbetrieb in Ingolstadt durchläuft der Handschuh auch Pilotphasen in anderen Bereichen der Produktion. Bei allem Fortschritt wird die Lösung jedoch kein „Muss“ für die Mitarbeiter werden. Es darf auch weiterhin mit einem konventionellen Scanner gearbeitet werden. (ben)

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