Berlin-Brandenburg will Pilotregion für Drohnen und autonome Fahrzeuge werden

Drohne, transportdrohne
Foto: Andreas Voltmer
Blue Rocket Congress Hamburg

Millionenmetropole umgeben von bevölkerungsarmer Region: Berlin-Brandenburg sieht sich als vielversprechender Standort für Testläufe von Drohnen und autonomen Fahrzeugen und will als Pilotregion agieren. „Mit dem GVZ Großbeeren haben wir eine Startrampe für solche Technologien“, sagte Steffen Kamradt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) auf der transport logistic. Hier könnten Beschäftigte Pakete per Drohne in abgelegene Dörfer an der Oder schicken oder mit selbstfahrenden Fahrzeugen Verkehre auf der letzten Meile organisieren. Für solche Hochstimmung sorgen auch Start-Ups in der Region, welche sich vor allem auf den Bau von Drohnen spezialisiert haben.

Während Flugroboter sich in ersten logistischen Pilotprojekten bereits bewähren, gibt es mit selbstfahrenden LKW bislang kaum Erfahrungen. „Im Güterverkehr stehen wir trotz erster Touren in Amerika noch ganz am Anfang“, räumte auch Christoph Weigler ein, der Deutschland-Chef von Uber. Der Konzern hatte 2016 das kalifornische Start-Up Otto, das selbstfahrende LKW entwickelt, übernommen.

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Die Finanzierung ist auch für die Pilotregion schwierig

Für Stephan Müller vom DLR-Institut für Verkehrsforschung sind vor deren Einsatz noch viele Fragen zu klären. „Diese Technik muss auf die voraussichtliche Nachfrage abgestimmt werden“, gab der Wissenschaftler zu bedenken. „Über die Wertschöpfung von Supply Chains mit diesen Fahrzeugen herrscht völlige Unklarheit.“

Auf Finanzierungsprobleme wies Sebastian Hassler von Interkep hin. „Für die 150 Fahrzeuge unserer Berliner Flotte kommt bereits der vollständige Umstieg auf Elektromobilität aus Kostengründen nicht in Frage“, fürchtet der Münchner Kep-Unternehmer für autonome LKW ähnliche Anlaufschwierigkeiten.

Drohnen sind kostengünstig, aber rechtlich schwierig

Mit solchen Problemen haben Drohnen offenbar nicht zu kämpfen. Auch Objekte mit sehr anspruchsvoller Kameratechnik müssen nicht mehr als 30.000 EUR kosten. Diese Zahl nannte Sven Enterlein, Gründer des Start-Ups Sitebots. Das Brandenburger Unternehmen hat sich auf Security-Drohnen spezialisiert und registriert für diese Produkte auch erste Anfragen aus der Logistikbranche. „Solche Drohnen sind nur sinnvoll, wenn sie in stationäre Videoüberwachungssysteme integriert werden“, sagte Enterlein.

Auch die Flugobjekte von Multirotor, einem weiteren Start-Up aus Brandenburg, werden für Intralogistik nachgefragt. Gründer Volker Rosenblatt verspricht ganzheitliche Lösungen für Ersatzteillogistik und Kleinteiletransporte. „Mit unseren Lösungen können Anwender bis zu 75 Prozent Zeit sparen“, versicherte der Hersteller.

Über Tim Meinken 136 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.

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