Blockchain könnte Frachtbrief revolutionieren

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Foto: Hafen Hamburg

Die langersehnte Einführung digitaler Frachtdokumente im Seeverkehr könnte in den kommenden Jahren Fahrt aufnehmen, wenn die Blockchain-Technologie Einzug in Handel und Schifffahrt hält. Mit dem System zur Verkettung von Datensätzen lasse sich eine sichere Umgebung für die Dokumentation und Autorisierung von Geschäftsprozessen schaffen, die den Austausch von Papieren zwischen Käufer und Verkäufer sowie den Beteiligten der Transportkette überflüssig macht. Darauf wies der Direktor der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT in der Schweiz, Andreas Furrer, vergangenen Freitag auf der Bremer Konferenz zum maritimen Recht hin.

Informationen, die sich aus einer Blockchain von Daten zusammensetzen, seien „unveränderbar und dadurch technisch kaum angreifbar“, erklärte der Experte.  Entsprechend ließen sich Verträge auf dieser Basis genauso „authentisch durchführen“ wie durch handschriftliche Unterzeichnung. Furrer kann sich vorstellen, dass sich die Blockchain als gemeinsame Basis für den Grundvertrag (Warenkauf) und den darauf aufbauenden Frachtvertrag entwickelt und ihre Durchführung enger miteinander verzahnt. „Die klassische Trennung zwischen Grundvertrag und Transport wird in absehbarer Zeit vermutlich aufgehoben“, prophezeite Furrer.

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Elektrischer Frachtbrief – Richtlinien für Blockchain werden erarbeitet

Rahmenbedingungen für die Anpassungen der Blockchain auf die Bedürfnisse des Handels und der Transportlogistik verspricht er sich von einem Modellgesetzentwurf der Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht (UNCITRAL). Das Gremium hat dieses Jahr ein „Model Law on Electronic Transferable Records“ vorgelegt.

Eine Vertreterin der Agentur der Linienreederei MSC erklärte, dass das Unternehmen offen sei für eine Generalüberholung des Seefrachtbriefs. Das Dokument habe sich seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kaum weiterentwickelt und müsse unter Umständen durch ein verändertes digitales Konzept ersetzt werden. Eine elektronische Fassung des Seefrachtbriefs in seiner jetzigen Form wäre zu kurz gesprungen. (Michael Hollmann)

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Über Tim Meinken 198 Artikel

Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.
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