Die Kep-Branche boomt weiter

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Die Kep-Branche war auch im vergangenen Jahr auf Expansionskurs. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs  die Zahl der Sendungen um 6,1 Prozent auf 3,35 Mrd. Stück. Der Umsatz legte um 4,9 Prozent auf 19,4 Mrd. EUR zu und rund 10.000 Menschen fanden eine Beschäftigung. Das geht aus der neuen Kep-Studie „Digitaler, effizienter“ des Bundesverbandes Paket und Express Logistik hervor, die er in Berlin vorstellte. In Deutschland legte vor allem der B2C-Markt mit 9,7 Prozent zu, auf B2B entfielen 1,3 Prozent, auf Express/Kurier 4,6 Prozent. Für 2018 erwartet der Verband ein immer noch sehenswertes aber etwas geringeres Mengenwachstum von 5 bis 5,5 Prozent als im Vergleich zu 2017.

Internationales Geschäft beflügelt KEP-Branche

Getrieben wurde das Wachstum laut Studie durch den internationalen Markt. Das Volumen der Paketsendungen legte 2017 um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, die Express- und Kuriersendungen im gleichen Zeitraum um 9,6 Prozent. Die Brexit-Verhandlungen hinterlassen aber schon jetzt ihre Spuren. So sei der Export von Deutschland nach Großbritannien um 1,8 Prozent gesunken. Bei einem harten Brexit müsste der deutsche Zoll etwa 4000 Beschäftigte mehr haben, der britische bis zu 5000. Biek-Studienautor Klaus Esser von KE-Consult rechnet damit, dass insgesamt 43 Mio. Sendungen, die von und nach Großbritannien transportiert werden, vom Brexit betroffen sind. Die zusätzlichen Kosten für die Administration, Umstellung der IT und die Schulung von Mitarbeitern in den Zollbehörden beziffert er auf 175 Mio. bis 200 Mio. EUR jährlich.

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In Deutschland hat sich der Kep-Markt 2017 im Vergleich zum Jahr 2016 etwas weniger gut entwickelt. Den moderaten Rückgang im vergangenen Jahr erklärt Biek-Präsident Florian Gerster mit einem sehr starken Wachstum im zweiten Halbjahr 2016. Das gute Weihnachtsgeschäft im November und Dezember 2017 habe den Rückgang im ersten Halbjahr 2017 jedoch wieder aufgehoben.

Express-Versand geht zurück

Der Studie zufolge ist der Anteil Express/Kurier zurückgegangen und betrug 2017 nur noch 16,3 Prozent. 2009 waren es noch 19,5 Prozent. Als Ursache nennen die Autoren die Wirtschafts- und Finanzkrise. Viele Kunden seien aus Kostengründen vom Express-Versand auf den günstigeren Paketversand umgestiegen. „Ein weiterer Grund ist auch die hohe Leistungs- und Servicequalität der Paket­sendungen“, heißt es in der Biek-Studie.

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Bis 2022 erwarten die Studienautoren ein Wachstum auf 4,33 Mrd. Pakete im Jahr. Das entspräche einem durchschnittlichen Wachstum von jährlich 5,2 Prozent auf Basis von 2017. Angesichts der rasanten Entwicklung suchen Kep-Dienste der Studie zufolge Lösungen, um die großen Mengen auch künftig transportieren zu können. Um die Effizienz zu steigern, digitalisieren sie entlang der Logistikkette immer mehr Prozesse. „Sendungen werden automatisch gescannt und zugeteilt, Sortieranlagen fertigen mehr Pakete ab“, heißt es in der Studie. Software optimiere die Tourenplanung, sodass Sendungen kurzfristig storniert oder umgeleitet werden könnten.

Zugleich laufen Versuche mit Robotaxis, Exoskeletten, um den Zustellern das schwere Heben zu erleichtern, mit autonomen Fahrzeugen oder 3D-Druck. Florian Gerster hob hervor, dass die Kep-Branche mit 140.000 Fahrzeugen unterwegs sei. Das seien 0,3 Prozent des gesamten Fahrzeugbestandes. Er hob noch einmal die Bedeutung der Lieferdienste hervor, die Verkehre bündelten und sich damit private Fahrten erübrigten. (sl)

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Über Tim Meinken 276 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig. Hier können Sie Kontakt zu mir aufnehmen:

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