Die Plattformen übernehmen die Macht

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Das Speditionsgewerbe in Bremen hatte ein gutes Geschäftsjahr 2017. Das hat Oliver Oestreich, der Vorsitzende des Vereins Bremer Spediteure, am Dienstagabend noch einmal ausdrücklich im Rahmen der Mitgliederversammlung betont. Doch wie geht es weiter und wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Transportwirtschaft aus? Das war die zentrale Frage des Branchen-Events.

Auf kurze Sicht müssen sich die deutschen Containerhäfen der schier übermächtigen Konkurrenz durch die Westhäfen und allen voran Rotterdams erwehren, betonte Oestreich. Mit 13,8 Mio. Teu würden über den Maas-Hafen schon heute beinahe so viele Boxen umgeschlagen wie in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven zusammen (14,9 Mio. Teu). „Und in Rotterdam gibt es eine Kapazitätsreserve für bis zu 30 Mio. Teu“, warnte Oestreich.

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Tiefgreifende Zäsur durch Plattformen in der Logistik

Glaubt man Prof. Henning Vöpel,  Digitalexperte und Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, dann steht der Branche mittelfristig indes eine noch viel tiefgreifendere Zäsur bevor. Die Digitalisierung werde Wertschöpfungsketten und damit auch die Logistik komplett umkrempeln, mahnte er. An die Stelle klassischer Unternehmen mit vertikalen Wertschöpfungsketten würden hybride Unternehmen im Rahmen einer Plattform-Logik treten. Das bedeute, dass Know-How, mit dem heute auch Logistiker noch punkten könnten, massiv an Bedeutung verlieren. An dessen Stelle würden Daten und die Fähigkeit zur „Execution“, also daraus neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, treten, betonte er.

Klassische Logistikunternehmen hätten dabei kaum eine Chance, sich diesem Wandel zu entziehen. Und sie könnten sich auch nur sehr eingeschränkt dagegen wehren. Vor allem kleine Anbieter würden durch die Plattformen unter starken Druck kommen. Und: Diese Disruption herkömmlicher Geschäftsmodelle wird innerhalb der kommenden fünf Jahre eintreten, prognostiziert Vöpel. Einen möglichen Ausweg gebe es aber. Logistiker sollten sich zu regionalen Plattformen zusammenschließen rät er.

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Noch allerdings ist die Logistik nicht vollkommen digital. Und ohne gut ausgebildete Mitarbeiter geht es nicht. Auch in diesem Jahr wurden daher wieder die drei besten Auszubildenden des Jahres ausgezeichnet. Den dritten Platz erreichte Patrick Rose von ETS Transport & Logistics. Den geteilten ersten Platz belegten zwei Dachser-Nachwuchskräfte. Julia Glasmacher ist in der See- und Luftfrachtsparte des Familienunternehmens aktiv. Steffen Lehmann hat im Geschäftsbereich Food Logistics gelernt.

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