E-Commerce: Schmerzpunkt Logistik • Blue Rocket

E-Commerce: Schmerzpunkt Logistik

DPD, Amazon Echo, Amazon, Alexa
Foto: DPD

„Der größte Pain Point für den Onlinehandel ist derzeit die Logistik“. Das sagte Tarek Müller, der vor drei Jahren den zur Otto Group gehörenden Online-Modehändler About You mitgegründet hat, auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin. „Probleme in der Zustellung und das häufige Fehlen einer Same-Day-Lieferung für eilige Bestellungen sind nur zwei Gründe für unzufriedene Kunden.“ Auf der anderen Seite: Wenn die Logistik zukünftig noch besser auf die Kundenbedürfnisse angepasst werde, könne dies einen weiteren Wachstumsschub für den Onlinehandel mit sich bringen.

Dabei geraten viele Händler durch das starke Wachstum bereits jetzt an ihre Grenzen. Nach den ersten neun Monaten liegt das ausgelieferte Paketvolumen 2017 schon 30 Prozent über dem (Gesamt-)Vorjahr – und das Weihnachtsgeschäft steht erst noch vor der Tür. Und hier kommt gleich die nächste Herausforderung auf die Branche zu. „Händler suchen aktuell händeringend nach freien Kapazitäten bei Zustellern“, sagte Nils Fischer, Geschäftsführer des Zustelldienst-Startups Liefery. „Doch auch auf Seiten der Logistiker gibt es diese Kapazitäten kaum und wenn, dann nur zu sehr teuren Konditionen.“

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Zustellung neu denken

Sollte das enorme Wachstum des Marktes, wie von den meisten Experten prognostiziert, weitergehen, und der Mangel an Zustellern nicht behoben werden, könnte das Gesamtsystem in einigen Jahren kollabieren. „Wir müssen das Thema der Zustellung grundsätzlich ganz anders denken und neue, innovative Lösungsmodelle etwa unter Einsatz elektromobiler Flotten entwickeln“, so Fischer. „Sonst ersticken wir in fünf bis sechs Jahren in Paketen.“ Allerdings müsse auch der Endkunde seine mangelnde Zahlungsbereitschaft aufgeben, wenn er eine gute Logistik erwartet.

„Mittelfristig brauchen wir ein dynamisches Preissystem, bei dem Händler bestimmte Lieferungen weiterhin subventionieren – andere jedoch, etwa mit einem hohen logistischen Aufwand oder einem ungünstigen Preis-Leistungsverhältnis, dagegen nicht“, sagte Michael Löhr, Chef des Sameday-Lieferdienstes Tiramizoo, in Berlin und fügte hinzu: „Big-Data-Lösungen können hierfür der Schlüssel sein.“ (Thomas Wöhrle)

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1 Kommentar

  1. Allerdings verstehe ich immer noch nicht, warum man keine Briefkästen für Pakete an die Häuser anbringt,
    was auch bei Mehrfamilienhäusern kein Problem ist und von den Kosten wesentlich geringer ist zu jeder Wohnung eine Box.
    Das würde die Paketzusteller ungemein entlasten, weil Sie dann nur noch die Übergrößen direkt Avieseren müssten und warten müssten, bis jemand zu Hause ist. Allerdings würde es auch helfen, wenn man die Arbeitszeiten der Zulieferer an die
    Heimzeiten der Kunden anpassen würde. Es ist eher warscheinlich Kunden nachmittags, abends oder Samstag anzutreffen, wenn die Kunden nicht selber an der Arbeit sind als um 10-15 Uhr. Das würde die Zustellquote ungemein erhöhen.
    Oder den Arbeitstag splitten, vormittags eine Tour und dann Nachmittags eine Tour. Wie man das bei Köchen z.B. kennt.
    Nur die E-Mobilität alleine wird das Problem nicht lösen. Nur den Verkehrslärm und den Schadstoffaustoss dämmen.
    Und bessere Löhne für die Zusteller würden es leichter machen zuverlässiges Personal zu finden.
    Und natürlich müssen die großen Aufhören durch nicht bezahlen Ihrer Subunternehmer, Gewinne zu erzielen sondern mit Ihrem Kerngeschäft Pakete zustellen. Was Geld kostet und von den Kunden Händler oder Endverbraucher bezahlt werden muss.

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