E-Commerce: Zustellprognosen wichtig für Kaufentscheidung • Blue Rocket

E-Commerce: Zustellprognosen wichtig für Kaufentscheidung

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Foto: DPD

Zwar ist der Großteil der deutschen Online-Shopper mit dem gesamten Einkaufserlebnis im Netz zufrieden, aber nur etwa zwei Drittel hielten den letzten Einkauf für einfach. Ein wichtiger Ansatzpunkt, um diese Quote zu steigern, ist eine bequeme Warenlieferung. Das zeigt das aktuelle E-Shopper-Barometer, für das die Marktforscher von Kantar TNS im Auftrag des Paketdienstes DPD Mitte des Jahres rund 25.000 Verbraucher in 22 europäischen Ländern befragt haben, darunter rund 1.600 in Deutschland.

Als wichtigste Kriterien beim Online-Einkauf werden transparente Produktpreise sowie Liefer- und Rückgabekosten, eine kostenlose Rückgabe und Lieferung sowie detaillierte Produktbeschreibungen betrachtet. Der Umfrage zufolge sagen 72 Prozent der Deutschen, dass eine einstündige Zustellprognose einen positiven Einfluss auf ihre Kaufentscheidung habe. Ähnliche viele wünschen sich, dass sie den Zustelltag und ein einstündiges Lieferzeitfenster frei bestimmen können.

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Zeitfenster anbieten ist kundennah

Von einer Auswahl neuer Zustellmethoden waren Lieferungen mit einem im Vorfeld festgelegten einstündigen Zeitfenster und die geplante Zustellung am Abend am beliebtesten. Diese Zustellmethoden werden bereits von jedem Fünften in Deutschland genutzt und werden am häufigsten angestrebt. Die Lieferung am selben Tag wird derzeit ähnlich häufig genutzt. Die Absicht zur Nutzung dieser Methode ist jedoch leicht gesunken. Dennoch: Das Angebot einer Same-Day-Zustellung gehört ebenfalls zu den Treibern der Kaufentscheidung – bei 63 Prozent der Befragten wirkt sich dieses positiv auf die Kaufabsicht aus. Hier muss die Logistik beim E-Commerce eingreifen und ist der Schmerzpunkt der Lieferkette.

In Deutschland ist der Nachbar die beliebteste Zustellalternative zur eigenen Haustür (13 Prozent versus 6 Prozent in Europa). Europaweit ist die Zustellung an einen Paketshop deutlich stärker nachgefragt (17 Prozent versus 8 Prozent in Deutschland). Weitere Alternativen, wie zum Beispiel Packstationen, tauchen in den Ergebnissen nicht auf.

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Das Potenzial für alternative Zustellorte ist in Deutschland aber anscheinend groß: 59 Prozent der Käufer wollen künftig die Lieferung an einen Paketshop in Anspruch nehmen, 42 Prozent wollen die Möglichkeit der Lieferung in einen Paketkasten nutzen.

Anteil der Lebensmittel-Einkäufe immer noch gering

Am häufigsten wurden der Umfrage zufolge Kleidung, Schuhe und Bücher im Internet bezogen. Schuhe lagen sogar vor Büchern. Von Januar bis Anfang Juli 2017 haben 7 Prozent der deutschen Onlinekäufer Lebensmittel im Internet bestellt. Das ist der drittniedrigste Wert in Europa. Zum Vergleich: In Großbritannien wurde eine Quote von 27 Prozent ermittelt, in Spanien waren es 18 und in Italien 12 Prozent. Der europäische Durchschnitt lag bei 14 Prozent. 11 Prozent kaufen diese Produkte sogar mindestens einmal pro Monat. 5 Prozent der deutschen Online-Käufer beziehen Food-Produkte mindestens einmal im Monat und scheinen dabei verzehrfertige Lebensmittel zu bevorzugen.

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Interessant dürfte in Sachen Lebensmittel-Onlinehandel die nächste Umfrage werden. Denn Amazon war mit seinem Frische-Lieferdienst erst im Mai in Deutschland gestartet. Zum Zeitpunkt dieser Umfrage gab es das Angebot zudem nur in Berlin und Potsdam, inzwischen auch in Hamburg und München. DPD selbst rechnet mit einem dynamischen Wachstum und hat deshalb dieses Jahr ein Produkt für das Food-Segment eingeführt.

E-Commerce am Smartphone nimmt zu

Auch in Sachen Mobile Commerce sowie grenzübergreifender Onlineeinkauf liegen die deutschen Verbraucher unter dem europäischen Durchschnitt, wie die Ergebnisse weiter zeigen. Demnach kaufen die Deutschen am liebsten per Laptop und PC ein. Nur 31 Prozent der Onlineshopper kaufen per Smartphone ein. Nur in Frankreich ist dieser Anteil mit 27 Prozent noch geringer. An der Spitze stehen hier die Spanier, die Schweizer sowie die Österreicher. Der europaweite Durchschnitt liegt bei 39 Prozent.

42 Prozent der befragten deutschen Onlineeinkäufer haben schon einmal in einem ausländischen Online-Shop eingekauft, vor allem in China, Großbritannien und den USA. Als Hauptgründe für Online-Einkäufe im Ausland werden die Verfügbarkeit spezifischer Produkte und bessere Angebote angeführt. Zu den Haupthindernissen gehören dagegen ein schlechter Lieferservice und zusätzliche Gebühren.

Der Anteil der deutschen Internetnutzer, die regelmäßig online einkaufen, beträgt 54 Prozent und ist nicht so hoch wie in anderen entwickelten Märkten (Großbritannien: 66 Prozent). Dieser Wert steht jedoch im Einklang mit dem europäischen Durchschnitt. (cs)

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