Es ist der Frühling der Lastenräder und Kuriere

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Fahrradkuriere gibt es schon seit Jahrzehnten und auch Lastenräder sind keine gänzlich neue Erfindung. Dennoch scheint dieser Frühling den Lastenrädern zu gehören. Gerade vergangene Woche fand in Wien die Europäische Fahrradlogistik-Konferenz statt, auf der Politiker und Branchenvertreter über eine Verkehrswende in der Citylogistik sprachen.

Angeheizt vom wachsenden Onlinemarkt und vielen leichten Sendungen, scheint die Auslieferung in Ballungsgebieten nach neuen, auch umweltschonenderen Alternativen zu suchen. Doch sind es nicht nur kleinere Start-ups wie Stuart auf dem Drahtesel unterwegs. Viele der großen Logistiker erproben ihre eigenen Lösungen mit Muskelantrieb.

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Amazon ist Treiber und Messlatte

Auch Frank Müller aus Deutschland hat Erfahrung mit professioneller E-Commerce-Fahrradlogistik. Der Experte der europäischen Cargo Bike-Szene erzählt von Urban Cargo Berlin. Das Unternehmen ist für den Onlineriesen Amazon unterwegs – als Subunternehmer des Expressdienstes Go. Auch Kunden des Amazon-Schnelldienstes Prime Now bedient Urban Cargo. „Aktuell sind sieben Cargobikes für Amazon unterwegs“, sagt Müller.

Leistung sei „sehr, sehr wichtig.“ Der Service müsse zwölf Stunden an sechs Tagen in der Woche und über alle Jahreszeiten funktionieren. Zudem sei der Einsatz von Elektrobikes mit hoher Batterieleistung und hoher Ladekapazität entscheidend. In Zahlen sind das bei Urban Cargo zwei Akkus pro Rad mit jeweils 23 Ampere-Stunden (Ah) Ladeleistung und 250-l-Transportboxen, die bis zu 100 kg an Gewicht tragen.

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DHL Express testet Lastenfahrräder mit Containerboxen

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Die neuen Lastenräder von DHL Express können deutlich mehr Lieferungen transportieren, als ihre bisherigen Vorgänger. Der zur Deutschen Post gehörende Integrator hat das neue City-Hub-Konzept Anfang dieses Monats zeitgleich in Frankfurt/Main und in Utrecht (Niederlande) gestartet. Sofern die Tests erfolgreich verlaufen, plant DHL Express, diesen besonderen Service in weiteren deutschen und europäischen Städten anzubieten. In einer dieser Transportboxen können bis zu 1 m³Volumen oder bis zu 125 kg und damit mehr Express-Sendungen als auf herkömmlichen Lastenrädern befördert werden. Jeder City-Hub kann bis zu zwei Zustellfahrzeuge ersetzen. Nach den Worten von John Pearson, CEO von DHL Express Europe, betreibt das Unternehmen in einigen Ländern bereits bis zu 60 Prozent der innerstädtischen Zustellrouten mit Frachtfahrrädern.

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Über Tim Meinken 173 Artikel

Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.
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