Fahrwerk plus Elektroantrieb als Basis für Zukunftsfahrzeuge

Grafik: ZF

Mit dem Intelligent Rolling Chassis (IRC) präsentiert ZF ein fahrbereites Plattformkonzept für künftige Stadtfahrzeuge. Der fahrende Untersatz kombiniert einen achsintegrierten Elektroantrieb, ein extrem wendiges Fahrwerk mitsamt fortschrittlicher Lenkung sowie einer elektronischen Steuerung, die alle Chassis-Funktionen koordiniert. Diese vernetzten Systeme machen das IRC bereit für den autonomen Stadtverkehr der Zukunft. Zugleich ermöglicht der komplett ebene Boden zwischen Vorder- und Hinterachse nahezu beliebige Aufbauten. Damit ist das IRC die ideale, hochflexible Basis, um innovative Elektrofahrzeuge für den urbanen Personen- oder Warentransport zu verwirklichen.

„Allein durch Bits und Bytes fährt, lenkt und bremst noch kein Fahrzeug. Die Mobilität der Zukunft wird daher weiterhin auf mechanischen Systemen basieren – aber versehen mit künstlicher Intelligenz und umfassend vernetzt“, sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. „Im Verbund agierende, intelligente mechanische Systeme formen in unserem Intelligent Rolling Chassis eine flexible Plattform für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte von etablierten und neuen Mobilitätsanbietern.“

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Grafik: ZF

Elektrifizierte Mechanik weitergedacht

Für lokal emissionsfreien Vortrieb sorgt die an der IRC-Hinterachse wirkende Electric Twist Beam (eTB) – eine Verbundlenkerachse mit zwei radnah integrierten, jeweils 40 kW starken Elektromotoren. Diese sind gemeinsam mit je einem Ein-Gang-Getriebe in Aluminiumgehäusen untergebracht.

Die IRC-Vorderachse basiert auf einer innovativ konstruierten Doppel-Querlenker-Einzelradaufhängung. Sie ist die zentrale mechanische Voraussetzung, um den Lenkwinkel im Zusammenspiel mit der elektromechanischen Lenkung auf bis zu 75 Grad zu erhöhen. Gängige Vorderachsen erlauben maximal 50 Grad. Wende- und Einparkmanöver gelingen dank des extrem hohen Radeinschlags spielerisch. Dies kommt sowohl Personen- als auch Transportfahrzeugen im beengten innerstädtischen Verkehr, in Parklücken, engen Gassen, Baustellen, Staus oder Ladezonen zugute.

 Intelligente Basis für maximale Vielfalt

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Ein weiterer wesentlicher Systembaustein ist die zentrale elektronische Steuerung. Die IRC ECU regelt die Fahrstrategie, das heißt sämtliche Längs- und Querdynamikfunktionen. Das schließt die Steuerung ebenfalls von ZF stammender Systeme wie Betriebsbremsen und Leistungselektronik sowie die Ansteuerung des Batteriemanagements mit ein. Darüber hinaus beinhaltet die IRC ECU die Torque-Vectoring-Funktion. Diese verteilt die Antriebskraft zwischen den beiden Elektromotoren bei Bedarf radindividuell. Nur so können auf dieser Plattform basierende Fahrzeuge sogar aus dem Stand mit nahezu rechtwinklig eingeschlagenen Vorderrädern losfahren, sprich aus- und einparken oder wenden. Nicht zuletzt bringt das Steuergerät sämtliche Schnittstellen für fortschrittliche Assistenzsysteme mit, die das IRC von ZF auch als Basis für hochautomatisiert oder autonom fahrende urbane Transportmittel sehr attraktiv machen.

Maximale Vielfalt erlaubt außerdem der Rahmen des IRC, der mehr leistet als nur Vorder- und Hinterachse zu verbinden: Sein ebener Boden, das „Skateboard“, ermöglicht vielfältige Aufbauarten und Innenraumkonzepte – vom Lifestyle orientierten Zweisitzer über selbstfahrende Taxibusse bis zum zuverlässigen Lieferfahrzeug, das im Stadtgebiet die letzte Meile beliefert.

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Über Tim Meinken 197 Artikel

Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.
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