Geopost übernimmt Start-up Stuart komplett

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So hält Stuart die Kosten gering

Um die Kosten unter Kontrolle zu halten, geht Stuart auf Internethändler zu und schließt mit ihnen Verträge mit Monatstarifen ab. So wird nicht jede Lieferung einzeln fakturiert. Um die Kosten weiter zu drücken, werden neuerdings neben Einzellieferungen auch per Computer optimierte Liefertouren zusammengestellt. Dabei berücksichtigt die Software Umfang und Gewicht der Sendungen, um den Fahrradboten und seinen Rucksack nicht zu überlasten. Innerhalb einer Stunde können so bis zu acht Endkunden beliefert werden. Da die Sendungen meist in Ladengeschäften abzuholen sind, konzentriert das System in Spitzenzeiten Boten schon vorab in Stadtvierteln, wo erfahrungsgemäß mit vielen Lieferaufträgen zu rechnen ist. Diese werden den Boten über ihr Smartphone zugewiesen.

Über seine 96 technischen, administrativen und kommerziellen Mitarbeiter hinaus beschäftigt Stuart gegen-wärtig etwa 1500 Fahrradzusteller, die dem Status nach alle „autoentrepreneurs“ (selbständige Einzelunter-nehmer) sind und etwa 90 Prozent der Aktivitäten des Unternehmens abdecken. Für einen Teil von ihnen ist das ihre einzige Erwerbstätigkeit. Andere sind Studenten oder anderswo fest angestellte Kräfte, die in ihrer freien Zeit etwas hinzuverdienen wollen. Nur wenn sie verfügbar sind, loggen sie sich per Smart-phone im System ein und werden dann automatisch in die Verteilung der Liefertouren einbezogen. Bei Bedarf wird auch auf Mopedboten zurückgegriffen, die bei Lieferdienstleistern angestellt oder unter Vertrag sind.

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Start mit Paris, jetzt folgen weitere Großstädte

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Stuart zählt bereits mehr als 500 Kunden, vom Feinkostgeschäft oder anderen Läden in der Nachbarschaft der Besteller bis hin zu großen Marken. Dazu gehören beispielsweise die Handelsketten Carrefour, Franprix und Monoprix oder die Internethändler Decathlon für Sportartikel und Zalando für Kleidung und Schuhe, aber auch Price Minister, eine Internetplattform für Geschäfte unter Privatkunden. Alle Lieferungen werden über eine von Stuart selbst entwickelte Onlineplattform koordiniert, welche die eingehenden Aufträge registriert und entsprechend automatisch den Einsatz der Radkuriere steuert. Diese können in Echtzeit verfolgt werden und melden dem System die Ausführung eines Auftrags sowie ihre erneute Verfügbarkeit.

Paris, wo Stuart 2015 gestartet ist, macht heute nur noch etwa die Hälfte der Aktivitäten und des Umsatzes aus. Inzwischen sind London, Barcelona und Madrid sowie im Inland Lyon hinzugekommen. In Kürze der Betrieb auch in Bordeaux, Toulouse, Montpellier und Lille aufgenommen werden soll.

Wechsel an der Spitze

Mit der Übernahme von Stuart greift Geopost erstmals auf die Zustellung per Fahrrad zurück. Diese Aktivität soll dynamisch ausgebaut werden, wobei man sich auf das Know-how und die Erfahrungen von Stuart stützen will. „Geopost liefert seine Sendungen von zentralen Plattformen aus, Stuart meist von Geschäften. Der Mix bringt uns mehr Beweglichkeit auf dem letzten Kilometer“, sagt Diego Magdelenat. Der Gründer und Chef von Pickup wird künftig auch Stuart leiten. Bereits 2009 übernahm die La Poste das Unternehmen Pickup. Dagegen scheiden dessen Gründer und bisherige Chefs Benjamin Chemla und Clément Benoit Mitte des Jahres aus. Innerhalb der Gruppe La Poste und ihrer Tochter Geopost soll Stuart weitgehende Selbständigkeit behalten.

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Über Tim Meinken 158 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.

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  1. Es ist der Frühling der Lastenräder und Kuriere • Blue Rocket

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