Ideenschmiede coacht Cargoline-Partner

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Um die Digitalisierung voranzutreiben und auch neue Geschäftsideen zu entwickeln sowie alte Ansätze zu überprüfen, hat die Stückgutkooperation Cargoline zwei Kooperationen mit Start-up-Unternehmen ins Leben gerufen. „Neben dem Berliner Unternehmen Instafreight haben wir jetzt eine dreijährige Kooperation mit ­Garage 33 vereinbart“, sagte Geschäftsführer Jörn Peter Struck auf dem Cargoline-Tag der Kontraktlogistik in Mönchengladbach, der vom Partner Nellen & Quack ausgerichtet wurde.

Die Zusammenarbeit mit Garage 33 startet Anfang 2018. „Wir sind ein relativ kleines Unternehmen und sind mit unseren sechs Kunden, darunter der Hausgerätehersteller ­Miele und die Oetker-Gruppe, so stark ausgelastet, dass wir nicht früher beginnen können“, sagte Nicolas Megow von Garage 33. Das Jungunternehmen hat seinen Sitz im Technologiepark Paderborn und ist ein Projekt der dortigen Universität. Die Stadt gehört zur Spitzenclusterregion Ostwestfalen-Lippe.

Raum für Kreativität

Garage 33 versteht sich als Beratungsfirma und Ideenschmiede und macht Unternehmen fit für die Digitalisierung. Dabei werden Führungskräfte gecoacht. Ziel ist es, Start-ups und bestehenden Unternehmen einen Raum für Kreativität zu bieten. Da bereits viele gute Ideen in einer Garage entstanden seien, sei es Megow zufolge naheliegend gewesen, den Begriff im Namen aufzugreifen. „Die 33 stammt hingegen von der Autobahn, die durch die Region führt. Aber auch die Postleitzahl von Paderborn beginnt mit einer 33.“

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Wie am Rande der Veranstaltung bekannt wurde, hat Cargoline bereits einen Arbeitskreis Digitalisierung ins Leben gerufen. Die Partnerunternehmen können dafür Führungskräfte freistellen, die von Garage 33 gecoacht werden. „Wir trauen es uns nicht zu, aus eigener Kraft auf die Herausforderungen der Digitalisierung zu reagieren“, sagte Struck. Ziel sei es, vor allem neue methodische Herangehensweisen an die Themen der Digitalisierung zu erlernen – aber auch neue Geschäftsideen zu entwickeln. Als Beispiel nannte der Geschäftsführer den Einsatz des Smartphones zur Unterstützung von logistischen Tätigkeiten, wie der Platzierung von Sendungen auf dem LKW. Klar wurde auch, dass die Kooperation mit Garage 33 deutlich kostengünstiger ist als eine Kooperation mit einem Berliner Inkubator.

Instafreight-Kooperation fruchtet

Mit der digitalen Spedition Insta­freight arbeitet Cargoline bereits seit einigen Monaten zusammen. „Wir haben nicht die Ressourcen für diese Form der Digitalisierung, aber uns fasziniert das Geschäftsmodell“, sagte Struck anlässlich der Vorstellung der Kooperation. Cargoline profitiere vom IT-Know-how, der Start-up-typischen Flexibilität und der Lernbereitschaft. Ziel sei es, gemeinsam Angebote zu entwickeln, um die Sendungsvermittlung und -abwicklung einfacher, schneller und transparenter zu machen als bei klassischen Frachtbörsen. ­Insta­freight-Geschäftsführer Philipp Ortwein dagegen sieht den Vorteil der Kooperation mit Cargoline darin, dass sein Unternehmen kein eigenes Netzwerk aufbauen müsse.

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Cargoline-Partner fahren daher nun auch Fracht für die Berliner Onlinespedition. Zum Volumen machte Struck indessen keine Angaben. „Wir wissen nicht, wo die Zusammenarbeit hingeht, aber jetzt haben wir die Chance zum gegenseitigen Input“, sagte er kürzlich. Dabei geht es Cargoline ausdrücklich nicht in erster Linie darum, das Sendungsvolumen zu steigern, sondern Erfahrungen in Sachen Digitalisierung zu sammeln und die Partnerunternehmen auf diese Entwicklung vorzubereiten.

Cargoline gehören 80 mittelständische Logistikunternehmen an, davon 46 in Deutschland. Im vergangenen Jahr erzielte die Kooperation einen Umsatz von 1,36 Mrd. EUR bei 12 Mio. Sendungen. (cs)

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