Internet der Dinge: Telekom kooperiert mit Fraunhofer IML

Internet der Dinge IoT Frauenhofer IML
Foto: Frauenhofer IML

Die Deutsche Telekom und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund haben im Rahmen der „Fraunhofer Enterprise Labs“ ein Entwicklungszentrum für das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) gegründet. Die Kooperation hatte die Telekom bereits beim Zukunftskongress Logistik (Dortmunder Gespräche) im September angekündigt. Bis zu sechs Wissenschaftler des Fraunhofer IML und drei IoT-Experten der Telekom werden gemeinsam Lösungen entwickeln, testen und zur Marktreife bringen. Ziel dabei sei es, Prozesse in der Fertigungsindustrie sowie Logistik- und Luftfahrtbranche zu optimieren, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Partner. Die sogenannten „Telekom Open IoT Labs“ sind offen für weitere interessierte Unternehmen.

Lösungen für Internet der Dinge im Massenmarkt

Im ersten Schritt gilt es den Bedarf an IoT-Lösungen zu identifizieren, danach die Anwendungen zu definieren und sie anschließend zu erstellen. Dafür wird das Team Prototypen entwickeln und zusammenbauen. Im Fokus stehen den Partnern zufolge Lösungen für den späteren Einsatz im Massenmarkt. So wurde beispielsweise gemeinsam mit Würth Industrie Service der Prototyp eines Service-Buttons für das C-Teile-Management entwickelt. Dieser optimiere den Nachbestellprozess von Teilen wie Schrauben, Muttern und Scheiben und nutzt dafür die Technik Narrowband-IoT (NB-IoT). Das Telekom-Fraunhofer-Team wird sich zunächst schwerpunktmäßig auf Lösungen auf Basis dieser Funktechnik konzentrieren.

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Das sogenannte Schmalband-Funknetz NB-IoT soll es ermöglichen, wenige Informationen mit sehr wenig Energie zu übertragen. Die Funktechnik wurde speziell für die IoT-Vernetzung entwickelt. Viele führende Mobilfunkanbieter haben bereits beschlossen, NB-IoT einzuführen, darunter auch die drei Großen in China.

Die Technik eigne sich perfekt für IoT-Anwendungen beispielsweise in der Logistik. „Die Logistikbranche hat einen starken Digitalisierungsdrang. Es gibt eine Reihe von Geschäftsprozessen, in denen die Unternehmen kurzfristig einen hohen Mehrwert durch den Einsatz von IoT-Lösungen erzielen können“, sagt Anette Bronder, Chefin des Digital- und Sicherheitsgeschäfts der Deutschen Telekom. Unter anderem bräuchten die Logistiker mehr Transparenz in der Lieferkette, um den Materialfluss in der Intralogistik sowie den Transport von Gütern über Wasser, Schiene und Straße gezielter steuern zu können.

NB-IoT-Rollout der Telekom läuft

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Die Deutsche Telekom bietet NB-IoT bereits in ganz Deutschland kommerziell an. Ende 2018 soll es flächendeckend verfügbar sein. Das ist in den Niederlanden bereits der Fall. In weiteren europäischen Märkten wie Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Polen und der Slowakei baut die Telekom die vorhandene Versorgung auf weitere Städte aus.

„In den Telekom Open IoT Labs wollen wir keine Grundlagenforschung betreiben, sondern den Unternehmen einen konkreten Nutzen bieten, indem wir ihre Probleme mit IoT-Anwendungen lösen“, betont Bronder. „Alle notwendigen Technologien für IoT-Lösungen sind vorhanden. Jetzt gilt es, die Einsatzfelder zu finden, die den Unternehmen den schnellsten und nachhaltigsten Vorteil bringen.“

„Die Labs vereinen zwei Kompetenzfelder, die für eine erfolgreiche Digitalisierung zwingend zusammengehören. Fraunhofer bringt sein umfassendes Know-how zu Hardware und Anwendungen im IoT-Umfeld ein. Die Telekom ihre Netzkompetenz sowie ihre IoT- und Cloud-Lösungen, ohne die Digitalisierung nicht möglich ist“, sagt Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, zum Start der Entwicklungspartnerschaft.

Die Deutsche Telekom ist nach Dachser, Rhenus, DB Schenker, BMW, Sick und der Würth-Gruppe das siebte Unternehmen, das sich für die gemeinsame Forschung von Industrie und Wissenschaft in Form der „Fraunhofer Enterprise Labs“ entschieden hat. (cs)

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