KEP-Unternehmen profitieren mit höheren Auftragsaufkommen von der Digitalisierung

(Foto: Imago Stock)

Kep-Unternehmen profitieren mit höheren Auftragsaufkommen von der Digitalisierung. Sie eröffnet den Auftraggebern neue Distributionskanäle (Onlinehandel beziehungsweise E-Commerce). Die zunehmende Internationalisierung der Warenströme sowie ein wachsendes E-Commerce-Geschäft erhöhen aber auch den Fachkräftebedarf. Zeitweise wurden 2014 mehr offene Arbeitsstellen gemeldet als Arbeitslose.

Oft wird von Kep-Diensten als formale Qualifikation eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung gefordert. „Im Zuge der Digitalisierung spielt der sichere Umgang mit den gängigen Software-Anwendungen eine zunehmend wichtige Rolle“, heißt es in dem Bericht.

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Auch über die Lieferdienste hinaus

Das gilt auch für Speditions- und Logistikkaufleute. Faktisch unterliegt das Berufsbild durch Implementierung neuer Technologien bereits seit geraumer Zeit einem Wandel, wird in dem Bericht betont. Beispielsweise veränderten sich sowohl die Anforderungen an die Disponenten als auch deren Aufgabenspektrum. Aufgaben wie Einsatzplanung, Prozessüberwachung und Kommunikation werden mittels Radiofrequenzidentifikation (RFID) und Telematiksystemen erledigt.
Weniger persönliche Kontakte

Häufig nehmen Disponenten Schnittstellenfunktionen bei der Prozessoptimierung zwischen IT-Dienstleistern und Nutzern der Telematiksysteme im eigenen Unternehmen wahr. Die Kommunikation mit Kunden und Angestellten wurde mittels moderner Endgeräte vereinfacht und beschleunigt, allerdings zulasten persönlicher Kontakte. Das gilt auch für die anderen Bereiche.

Die Auftragsgenerierung mittels Webportalen oder Frachten- und Transportbörsen schafft für die Disponenten mehr Transparenz und erhöhte die Fahrzeugauslastung. Den Kern des Tätigkeitsprofils bilden zunehmend die Kontrolltätigkeit und das Eingreifen in Problemlagen. In einigen Unternehmen gibt es bereits keine aktive Disposition mehr, die Aufträge werden stattdessen über ein Fahrtenmanagementsystem automatisch verwaltet.

Umfrageergebnisse

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Im Rahmen der BAG-Erhebung wurden die Unternehmer gefragt, ob sie eine Automatisierungsgefahr in den kaufmännischen Berufen sehen oder eher der These zustimmen, dass sich das Tätigkeitsprofil der Kaufleute verändern wird. 66 Prozent der befragten Unternehmer stimmten der zweiten These zu. Die Unternehmer bewerten die neuen Technologien als hilfreiche Stütze beim Erledigen der täglichen Aufgaben. Die Aufgabenprofile würden sich zwar verändern, Kaufleute würden nach wie vor jedoch gebraucht – insbesondere als Sachbearbeiter. Hochqualifiziertes kaufmännisches Personal werde auch künftig benötigt.

Die Digitalisierung spielt auch in der Schifffahrt eine zunehmend wichtige Rolle. Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers (PWC) im Auftrag vom Verband Deutscher Reeder (VDR) wird die Implementierung digitaler Technologien als eine der künftigen Herausforderung in der deutschen Handelsschifffahrt betrachtet. Rund 24 Prozent der befragten Reedereien hielten unbemannte Schiffe in absehbarer Zeit für wahrscheinlich. Demnach werden zunehmend an Land verantwortungsvolle Stellen für hochqualifiziertes Fachpersonal in der Überwachung und Steuerung geschaffen. Bereits heute wird das Tagesgeschäft der Schifffahrtskaufleute im hohen Maße über digitale Medien abgewickelt.
Lange Arbeitszeiten

Überstunden sind in allen drei Bereichen an der Tagesordnung. Über 50 Prozent der Arbeitnehmer leisten jede Woche 40 Stunden und mehr. Knapp 150 000 Arbeitnehmer sind in den Bereichen Kep, Spedition und Logistik und Schifffahrt beschäftigt. Mit 146 215 Arbeitnehmern stellt Spedition und Logistik den größten Bereich, gefolgt von Kep mit 7836 Mitarbeitern und Schifffahrt mit 5422.

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