Kofferraumzustellung steht und fällt mit der Technik

Foto: DHL

Nach Stuttgart hat DHL Paket Deutschland kürzlich auch in Köln gemeinsam mit der Daimler-Tochter Smart die Zustellung von Sendungen in den Kofferraum der Kleinwagen gestartet. Anfang 2017 sollen Bonn und Berlin folgen. [clickToTweet tweet="„Benachrichtigungszettel im Briefkasten sollen irgendwann der Vergangenheit angehören" Hitschfeld, DHL" quote="„Benachrichtigungszettel im Briefkasten sollen irgendwann der Vergangenheit angehören", sagt Marc Hitschfeld, Senior Vice President Consumers bei DHL Paket." theme="style3"] Ziel sei, die Zustellung an den Wunschort zur Wunschzeit. Die Lieferung von Paketen in den Kofferraum gehört daher zu einem von mehreren alternativen Zustellkonzepten, wie Paketautomat oder Paketkasten. Damit kann zum einen der Paketdienst Kosten sparen, die durch umständliche Zustellversuche entstehen. Andererseits erhält der Kunde sein Paket schneller.

Die Paketdienste reagieren damit auch auf Forderungen des Onlinehandels. Einer von bislang rund 10 Versendern, die an den Versuchen teilnehmen, ist dann auch Amazon, aber auch eine Versandapotheke (Aponeo in Berlin), FashionID (Peek & Cloppenburg) und der Lebensmittel-Onlinehändler Allyouneedfresh sind unter anderen mit dabei. Hitschfeld rechnet zu Beginn der Tests mit mehreren hundert Smart-Fahrern pro Standort, die an dem Test teilnehmen. In Deutschland werden etwa eine halbe Million Smart auf der Straße gezählt, in Köln allein mehr als 120.000.

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Das System steht und fällt mit der Technik. Ein vergleichbarer Test mit Audi wurde inzwischen beendet. Zwar besteht laut Hitschfeld nach wie vor großes Interesse des Volkswagen-Konzerns und auch anderer Automobilhersteller, doch gibt es offenbar noch keine weiteren Entscheidungen. „Die Zustellung in den Kofferraum ist keine exklusive Veranstaltung“, sagt Hitschfeld nur. Der Smart verfügt indessen bereits über ein elektronisches Kommunikationssystem, den das Unternehmen seit Jahren bei seinem Car-Sharing Dienst „Car2Go“ nutzt. So können die Nutzer das Auto bereits per Smartphone öffnen. „Mit dem neuen Service erweitern wir jetzt daher das Nutzungsspektrum unseres Fahrzeugs und bieten so über ein über das Auto hinausgehendes Mobilitätskonzept an, das mehr urbane Lebensqualität zum Ziel hat“, sagte Daniel Deparis, Leiter des smart lab.

Voraussetzung für die Zustellung in den Kofferraum ist nämlich, dass der Wagen online gehen kann. Dazu muss ein Smartphone genutzt werden und der Wagen muss über ein Navigationsgerät verfügen. Sowohl der Fahrer als auch der Zusteller nutzen spezielle Apps. Über eine einmalig gültige Code-Nummer kann der Zusteller das Fahrzeug innerhalb eine begrenzten Zeitraums orten und öffnen. So erhält er Zugang zum Kofferraum und kann Pakete hineinlegen oder auch Retouren entgegen nehmen. Nach Verschließen des Fahrzeugs erlischt seine Zugangsberechtigung. Der Fahrer wird automatisch über die erfolgreiche Zustellung informiert. Damit das alles funktioniert, muss das Fahrzeug mit einer sogenannten „Connectivity-Box“ ausgestattet sein, die unter der Frontscheibe angebracht ist, wie sie auch bei „Car2Go“ genutzt wird. Die Nachrüstung ist laut Smart kostenlos. Zunächst gilt das Angebot aber nur für Smart-Modelle der letzten und der neuesten Generation.

Außerdem muss das Fahrzeug im Umkreis von 300 bis 500 m des Wohnortes geparkt werden. Eine feste Adresse ist noch Voraussetzung für das System. Eine Zustellung unterwegs ist somit noch nicht möglich. In Stuttgart werden bislang laut DHL 30 bis 50 Pakete pro Nacht ausgeliefert. Zugestellt wird bisher in der Nacht – nach dem Vorbild der Nachtexpress-Dienste. Diese erhalten im Gegensatz zu den Paketfahrern in der Regel aber einen Zweitschlüssel zum Auto. Beliefert werden hier zum Beispiel Monteure mit Ersatzteilen.

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