Österreich schafft Teststrecke für fahrerlose Züge

Gleis Schiene Bahn fahrerlose Züge

In Österreich entsteht Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge auf offener Strecke. Im „Open.Rail.Lab“ erproben Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue Eisenbahntechnologie wie etwa Loks, die Eisenbahnkreuzungen oder Hindernisse auf den Schienen automatisch erkennen.

„Nicht mitschwimmen, sondern vorausfahren“ – mit diesen Worten präsentierte Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried gestern in Wien das „Open.Rail.Lab“ für selbstfahrende Züge Europas. Die Inbetriebnahme ist für 2018 geplant, wobei das Verkehrsministerium rund 11 Mio. EUR in die Streckenausrüstung investiert. Mit zusätzlichen 5 Mio. EUR pro Jahr werden Forschungsprojekte rund um automatisierte Züge gefördert.

Fahrerlose Züge sollen in sämtlichen Situationen erprobt werden

Die 25 km lange Teststrecke liegt zwischen Oberwart (Burgenland) und Friedberg (Steiermark). Sie umfasst 8 Stationen, 12 Eisenbahnkreuzungen sowie einen 524 m langen Tunnel. „Dadurch wird es möglich, sämtliche im Bahnverkehr vorkommenden Situationen im Hinblick auf das autonome Fahren zu testen“, betonte Leichtfried. Unter anderem kann die automatisierte Vernetzung von Lokomotiven mit anderen Verkehrsteilnehmern erprobt werden.

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„Gelingt es, selbstfahrende Waggons ohne Lokomotive zum Pulk zu steuern, kann der Güterverkehr viel effizienter gestaltet werden“, erklärte Leichtfried mit Blick auf das gerade für Nebenbahnen bedeutende Kostenthema. Die Wirtschaft nehme das Projekt als Partner gerne an, ergänzte der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl. Er verwies auf deutliche Mengensteigerungen auf der Strecke in jüngster Zeit. Interessant sei die Projektkombination „ThinkTank & Testdrive“, konstatierte Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbandes der Schienenbahnen (WKO). Sie biete den Projektpartnern die Gelegenheit, neue Systeme zu testen, zu evaluieren und bis zur Zulassungsreife zu entwickeln. „Für uns ergibt sich daraus die Herausforderung, gemeinsam mit den Arbeitgebern neue Berufsbilder zu definieren“, meldete sich Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, zu Wort. (sc/ici)

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