Palettenapp soll Kosten senken

Paletten Fiege Online-Plattform Palettenheld.com
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Noch immer verlieren Speditions- und Transportunternehmen beim Palettentausch jährlich Beträge in sechsstelliger Euro-Höhe. Ein Grund: Fahrer akzeptieren an der Rampe bei Palettenrücknahme oft minderwertige Europaletten. Diese müssen dann repariert werden oder können im schlimmsten Fall nur noch entsorgt werden. Das alles summiert sich aufgrund der massenhaften Verwendung dieser Ladungsträger zu den enormen Summen.

Eine Möglichkeit, diese Kosten zu senken, hat der Betreiber des Onlinedienstes „Palettenreport“, Olaf Oczkos, entwickelt: den Paletten-Fahrertest. Damit können die Personalverantwortlichen im Unternehmen die Fahrer prüfen – vor allem neue –, über welches Fachwissen sie beim Tausch von Europaletten verfügen. Die Fragen befassen sich mit Palettentypen, Palettenqualitäten, Dokumentation, Tauschregeln und Rampendiplomatie. Eine alternative Methode erprobt aktuell GS1 mit der Blockchain-Technologie.

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Simple Zertifikation durch die Palettenapp

Der Test funktioniert so: Der Personalverantwortliche erhält einen Link, den er per E-Mail an die zu prüfenden Fahrer versendet. Die Fahrer können dann die Fragen per Tablet, Handy oder PC (vielleicht der eigene zu Hause) beantworten. Sobald die letzte der zehn Fragen beantwortet ist, geht das Resultat an das Unternehmen. Es erscheint auch eine Mitteilung, dass die Personalabteilung sich mit ihm in Verbindung setzen wird.

Hat der Fahrer alle zehn Fragen, die zufällig aus einem Fragenpool zusammengestellt werden, richtig beantwortet, erhält er ein Zertifikat. Dieses ist mit einer Authentifizierungsnummer versehen, damit Fälschungen vorgebeugt wird.

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Hat der Fahrer beispielsweise weniger als fünf Fragen richtig beantwortet, kann das das Unternehmen bei einer palettierten LKW-Ladung mehrere 100 EUR kosten. Diese Aufwendungen setzen sich aus Reparatur, Zusatzfahrten, Verlust durch fehlende Dokumentation und Vernichtung unbrauchbarer Paletten zusammen.

Beispiel des Ablaufs

Ein Fahrer tauscht beim Warenempfänger 33 beladene Paletten gegen 33 unbeladene. Von den leeren Ladungsträgern sind 17 so defekt, dass sie nicht mehr einsetzbar sind. Kostet eine Palette 6 EUR, so hat er damit über 100 EUR Palettenverlust verursacht. Bei 100 Arbeitstagen im Jahr macht das allein bei diesem Fahrer 10.000 EUR aus. Das ist im negativen Fall mit der Anzahl der Fahrer zu multiplizieren. Dann ist Nachschulung angesagt.

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Eine Testversion Paletten-Fahrertest kann im Internet ausprobiert werden. Das Ergebnis wird dann automatisch an den Systemanbieter gesendet, der das Ergebnis mitteilt.

Die komplette Anwendung kostet zwischen 39 bis 49 EUR pro Fahrer, je nach bestellter Anzahl. „Eine ganztägige Schulung für Fahrer würde erheblich mehr kosten“, meint Oczkos. Der Test kann auch Teil des Iso-Qualitätsmanagements sein, bei dem jährlich das Wissen der Mitarbeiter im Umgang mit Ladungsträgern dokumentiert wird. Mit dieser App, die sich auch für ausländische Fahrer eignet, können auch Rampen- und Büropersonal geprüft werden. Denn Unwissenheit dort trägt ebenfalls zu teilweise erheblichen Verlusten bei.

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