Produktionslogistik: BMW setzt autonome Routenzüge ein

Autonome Routenzüge (Foto: BMW)

BMW angekündigt, ab Sommer 2018 im Werk Dingolfing zwei fahrerlose Routenzüge im Serienbetrieb einzusetzen. Sie sollen die Sequenzierzonen der Türenvormontage mit Teilen aus der benachbarten Logistikhalle versorgen. In weiteren Werken werde der Einsatz geprüft, teilte der Autobauer mit.

Mit Hilfe eines neu entwickelten Automatisierungskits können den Angaben zufolge bestehende manuelle Routenzüge herstellerunabhängig mit eigener Intelligenz aufgerüstet werden und die Portionierzonen in der Montagehalle direkt mit Teilen beliefern. Damit erreicht das autonome Fahren in der Produktionslogistik die nächste Entwicklungsstufe, heißt es weiter.

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Die neue Lösung fußt auf einer Entwicklungskooperation mit der Firma Schiller Automatisierungstechnik aus dem niederbayerischen Osterhofen. „Gemeinsam haben wir innerhalb weniger Monate konventionelle Routenzüge aus dem Bestand zum autonomen Fahren aufgerüstet“, sagt Andreas Wendt, Werksleiter in Dingolfing.

Navigation über Lasersignale

Die neuen Logistikhelfer ermöglichen eine dynamische Routenführung nach Lieferpriorität und ein Umfahren von Hindernissen. Technisch funktioniert die selbstständige Steuerung und Navigation der Routenzüge über Lasersignale, die sogenannte Laser-Multilateration. Dabei wird die Hallenumgebung mehrmals pro Sekunde mit Lasern abgetastet und die Reflektionen als 2-D-Raumprofil dargestellt. Auf diese Weise könne der Routenzug mit einer Positioniergenauigkeit von plus/minus 10 mm durch die Hallen navigieren, teilt BMW mit. Dabei seien keinerlei Infrastrukturanpassungen in den Montagehallen und Logistikbereichen notwendig.

Interaktion per Smart Watch

Durch die Offenlegung aller Schnittstellen könne der autonome Routenzug in bereits bestehende Leit- und Störmeldesysteme eingebunden werden. Damit werde sichergestellt, dass autonome Transportsysteme unterschiedlicher Hersteller zur gleichen Zeit in der Produktionsumgebung eingesetzt werden und miteinander kooperieren können.

Daneben wird im Werk Dingolfing eine weitere Technik pilotiert: Eine Smart Watch unterstützt die Logistikmitarbeiter beim Behälterwechselprozess und kündigt nahende Routenzüge per Vibrationsalarm an. Zusätzlich kann der Mitarbeiter laut Hersteller ablesen, welche Behälter er entladen soll und den Routenzug per Displayberührung zu seinem nächsten Ziel schicken. (cs)

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