Rytle vernetzt Lastenräder mit Mini-Hubs

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Foto: Rytle

Das Konzept soll „The Smart Move“ für die letzte Meile sein: Das Bremer Unternehmer Rytle kombiniert ein innovatives Lastenrad namens „Movr“, eine Box und ein Hub zu einem ganzheitlichen und voll vernetzten Konzept für emissionsfreien Transport in der City. Das Team hat die Vision einer Stadt, in der große Zustellfahrzeuge fast vollständig von Movrn ersetzt werden. Diese sollen leise, CO2-neutral, sicher und schnell Sendungen zustellen. Damit scheint sich der Frühling der Lastenräder und Kuriere auch auf den Sommer auszuweiten.

„Ein Movr ist viel mehr als ein Lastenrad, er ist ein ganz neues Transportmittel“, erklärt Dr. Arne Kruse, neben Ingo Lübs einer der beiden Geschäftsführer von Rytle. „Wir haben aber nicht nur das Rad neu erfunden, sondern auch den Hub, der sich besser in das Stadtbild integriert denn je.“ Die Boxen, die der Movr dort abholt, sind bereits vorkonfektioniert. Der Fahrer lädt sie auf und bringt sie zu den Empfängern. Über eine App ist das gesamte Konzept vernetzt. „Damit setzen wir eine ganzheitliche Betrachtung der letzten Meile konsequent um, sowohl hinsichtlich der Prozesse und der Technologie als auch in Bezug auf alle beteiligten Akteure.“

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Ingo Lübs (links) und Dr. Arne Kruse
Ingo Lübs (links) und Dr. Arne Kruse

Rytle übernimmt zudem die Serienfertigung von Movrs

Der Protoyp des Movrs wurde im Juli auf dem Deutschen Kommunalkongress in Berlin vorgestellt. Nach einem Vortest mit eigener Flotte im Herbst wird Rytle das Rad in Serie produzieren und ab 2018 Dienstleister ausstatten. Das Startup versteht sich als Lieferant der Infrastruktur: „Wir bieten Hardware und Software und sind für sämtliche Kooperationsmöglichkeiten offen“, erklärt Ingo Lübs. „Das Konzept ist sehr flexibel, und wir freuen uns darauf, es stetig weiterzuentwickeln.“ Er glaubt, dass Lastenräder bisher unterschätzt wurden und will mit Rytle ihr volles Potenzial ausschöpfen. Die Vision des Unternehmens ist eine Stadt, in der große Zustellfahrzeuge fast vollständig von Movrn ersetzt werden, die leise, CO2-neutral, sicher und schnell Sendungen zustellen.

Der komplette Transportprozess ist transparent: Der Fahrer, der die Box übernimmt, weiß genau, was er transportiert. Sein Rad gibt aktiv permanent aktuelle Infos über Zustand, Ort und Nutzungsprofil an das System ab. Der Fahrer kann alles über sein Smartphone abrufen – genau wie der Empfänger, der seine Lieferung online in Echtzeit verfolgen kann. Das Zusammenspiel aller Informationen liegt als Datensatz in der Cloud. Der Movr verfügt unter anderem über einen Schocksensor, der über intelligente Algorithmen Fahrprofile erstellt. Das System erkennt so beispielsweise, wenn die Ladung zu schwer ist und bittet den Fahrer, das zu überprüfen. Viele weitere Nutzungsmöglichkeiten und Features sind in Planung, verspricht das Gründerteam. Unter anderem wird in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) ein Antrieb per Brennstoffzelle entwickelt und gemeinsam mit der Fraunhofer Gesellschaft und weiteren Partnern wird die induktive Ladung der Akkus umgesetzt.

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Über Tim Meinken 308 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig. Hier können Sie mir folgen:

3 Kommentare

  1. Visionen darf jeder haben .
    Aber ganz ohne Lkw geht es nicht, wer bringt die Container in die Stadt . Der Lkw braucht einen Ladekran um den Container abzusetzen. Genug Platz in der Stadt für Lkw und Container , und wer bezahlt die Leerfahrten zurück ins Lager .Bei uns fahren die Lkw gleich zum nächsten Kunden und holen die neue Ware ab und bringen sie ins Lager.
    Es gäbe noch vielmehr Punkte die zu Beachten wären aber dafür reicht der Platz hier nicht .
    MfG
    Marco Frühauf

  2. Eigentlich könnte man alles Umorganisieren. Man fängt bei den kleinsten Boxen an, diese müssen in die größeren reinpassen
    und zwar mindestens 10 Stück damit sich das auch lohnt, diese müssten dann über ein Rollsystem ent.- bzw. beladen werden können ohne Kran, nur mit Hebelwirkung, dann wäre es so, als würde ein Riesencontainerschiff abgeladene Container auf einen Leichter laden und dieser bringt die Container zum nächsten Innlandhafen, wo sie auf LKW´s umgeladen, zur Ladestelle von den Minicontainer gebracht werden und von dort zum Käufer. Also ganz einfach.
    Das LKW´s leer zurück fahren, müsste durch organisiert werden, damit das nicht vorkommt, leider sieht man das immer wieder.

  3. Auch bei solchen Projekten, fehlt es am Ende an denen, die ein solches umzusetzén haben, nämlich den Zustellern.
    Und wieder einmal zeigt sich, dass man mit Hände in der Tasche nicht immer die eierlegende Wollmilchsau geboren hat.

    Mal im ernst, glaubt ihr tatsächlich, dass ein Zusteller durch stetiges Nachladen und ein mehrmaliges Handling eines Paketes glücklicher wird.
    Es wird am Ende daran scheitern, das der Zeitaufwand & Handling zu groß sein wird, und im Starkverkehr niemals eine echte Alternative darstellt.

    Die einzige gescheite und kostendeckende Lösung ist, überdimensional große Packstationen zu bauen, und jeder der ein Paket erwartet es sich selber abholt (in seinem Wohngebiet, um die Ecke), alternativ die Haustürzustellung gegen Aufpreis weiter mit anbietet.

    Der Kampf gegen die Paketflut, ist schon damit verloren, in dem man sich diesem Thema so unaufhörlich widmet. >>> Letzte Meile >> WIE ? und WER !
    Das Aufkommen wird erwartend schnell steigen in den nächsten Jahren, das Personal im Verhältnis schrumpfen, die Frage nach dem, WER fährts weg ?

    bis neulich*

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