Selbstfahrende Autos werden noch lange auf sich warten lassen

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Foto: Volvo

Selbstfahrende Autos werden die Zukunft dominieren. Allerdings wird das etwas länger dauern, als erhofft. Nach einer Studie der internationalen Managementberatung Bain & Company („An Autonomous Car Roadmap for Suppliers“) werden auch 2025 erst rund 10 Prozent derNeuwagen mit Techniken ausgesattet sein, welche es Fahrern erlauben, ihre Konzentration vom Verkehr abzuwenden. Dazu zählen auch Systeme, welche nur für bestimmte Streckenabschnitte die Steuerung übernehmen.

Der Einsatz selbstfahrender Autos bleibt vorerst auf Pilotprojekte beschränkt. Sie sind technisch noch nicht ausgereift und zu teuer für den Massenmarkt. Autozulieferer müssen deshalb eine duale Strategie fahren: zum einen die heutigen Assistenzsysteme leistungsfähiger machen, zum anderen ihre Kompetenzen in der Entwicklung des autonomen Fahrzeugs ausbauen.

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Selbstfahrende Autos sinnvoll für Taxi- und Mobilitätsunternehmen

Das vollständig selbstfahrende Auto bleibt zunächst einzelnen Anwendungsbereichen und -orten vorbehalten. Denn die rechtlichen Rahmenbedingungen schränken das autonome Fahren noch auf eng begrenzte Testgebiete ein. Interessant werden selbstfahrende Autos in den nächsten Jahren vor allem für Taxiunternehmen und Mobilitätsanbieter, die die hohen Kosten für vollautonome Fahrzeuge etwa durch Personaleinsparungen wettmachen können. „Für das selbstfahrende Auto wird es vorerst lediglich Wachstums-Hotspots geben“, erklärt Dr. Hans Joachim Heider, Bain-Partner und Co-Autor der Studie. „Etwa wenn Metropolen wie Shanghai, London oder Stockholm auf autonome Fahrangebote setzen, um dem Verkehrsinfarkt zu entkommen.“ Doch diese Fahrzeuge sind eine wichtige Entwicklungsplattform für Autohersteller und Zulieferer.

Präsenz in beiden Märkten ist unabdingbar

Der Massenmarkt wird zunächst weiter von traditionell fahrergesteuerten Autos bestimmt. Doch immer umfangreichere und leistungsfähigere Assistenzsysteme ermöglichen ein mehr und mehr teilautonomes Fahren. Das weltweite Marktvolumen für Zulieferer steigt laut Bain-Analysen bis 2025 auf 22 bis 26 Mrd. USD, was einem jährlichen Wachstum von 12 bis 14 Prozent entspricht.

Die Kunden versprechen sich von Assistenzsystemen mehr Sicherheit und Komfort. Gleichwohl haben sie Bedenken hinsichtlich der Verlässlichkeit der Technologie. Die Mehrzahl der Kunden ist jedoch nicht bereit, für verbesserte Assistenzsysteme, beispielsweise autonomes Autobahnfahren, deutlich mehr zu zahlen als für einen heute gängigen adaptiven Tempomaten. Noch haben viele der neuen Technologien Kostensenkungspotenzial, wenn sie in Großserie gehen.

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