Siemens baut Elektroauto Uniti in vollautomatischer Fabrik

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Grafik: Uniti

Das Start-up Uniti arbeitet am gleichnamigen Elektroauto für die Mobilität in Großstädten. Der Hersteller ist jetzt mit Siemens eine Kooperation eingegangen. Zusammen wollen beide Unternehmen eine vollautomatische Fabrik aufbauen, welche ganz ohne menschliche Monteure auskommt.

Für die Planung der Anlage wird die PLM Software von Siemens genutzt. Hierdurch entsteht die vollautomatische Fabrik erst virtuell und alle Abläufe können optimiert werden, noch bevor auch nur ein Stein auf den anderen gesetzt wird. Dazu sagt Mats Friberg, CEO von Siemens PLM Software, „Unser Prozess ist so ausgereift, dass das erste vom Band laufende Uniti Elektroauto direkt an den Kunden gehen kann. Es gibt keine Notwendigkeit für anfängliche Testfahrzeuge in der Fertigung.“

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Rollen die Uniti-Fahrzeuge 22 Stunden durch eine dunkle Fabrik?

Die vollautomatische Fabrik benötigt keine Menschen für die Fertigung der Fahrzeuge. Lediglich Instandsetzung, Kontrolle und Reinigung werden von menschlichen Arbeitern übernommen. „Wir könnten prinzipiell 22 Stunden am Tag das Licht auslassen“, sagt Lewis Horne, CEO von Uniti dazu. Durch diese Wahl zur Fertigung, möchte das Start-up eine nachhaltige, skalierbare und relativ günstige Herstellung erreichen. Bereits im ersten Jahr soll daher eine Stückzahl von 50.000 Elektoautos ermöglicht werden.

Für die Konstruktionsarbeiten selbst setzen die Partner Roboter von Kuka ein. Diese Fertigungsroboter werden schon in vielen Industriezweigen genutzt und können demnach schnell in die Fabrik integriert werden. Bereits 2019 sollen die ersten Fahrzeuge verkauft werden. Die Geschwindigkeit mit der das Start-up einen Wagen von der Idee bis zum Kunden bringt ist sehr ambitioniert und sollten die Pläne sich verwirklichen, könnte es passieren, dass Autohersteller wie Audi, BMW oder Daimler ihre Fertigungswege überdenken müssen.

Das kleine Elektroauto für die Großstadt

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Für rund 20.000 EUR soll Uniti ab 2019 angeboten werden. Die Reichweite der 11 oder 20 kWh Litiuhm-Ionen-Batterie beträgt 150-300 km. Durch die Verwendung von Fiberglas wiegt die Karosserie nur rund 400kg. Dadurch sind Geschwindigkeiten mit bis zu 120km/h möglich, recht viel, betrachtet man die geplante Nutzung in Innenstädten. Besonders auf eine zukünftige Anwendung ist auch die Technik getrimmt, eine Möglichkeit für einen selbstfahrenden Betrieb ist integriert. Sollte die rechtliche Lage von autonomen Fahrzeugen geklärt werden, kann Uniti demnach einfach umgerüstet werden.

Pedale fehlen im Innenraum allerdings von Beginn an. Ein Schaltknüppel, ähnlich dem eines Flugzeuges, steuert das Elektroauto. Mit einem Druck nach vorne beschleunigt der Fahrer die Fahrt und beim Ziehen bremst der Wagen. Die gesamten fahrzeugspezifischen Angaben wie Geschwindigkeit, Benzinstand usw. werden über ein eingeblendetes Display angezeigt.

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Drücken statt Gas geben und ziehen anstelle eines Bremspedals. (Grafik: Uniti)

36 Stunden bis zur Finanzierung

Die erste Finanzierung wollte das Start-up über die Crowdfunding Plattform FundedByMe bewerkstelligen. Das Ziel der Kampagne waren 500.000 EUR. Bereits nach 36 Stunden hatte Uniti ihr Ziel erreicht und weitere Steps wurden hinzugefügt. Am Ende des gesamten Zeitraumes war das Projekt für den kleinen elektrischen Cityflitzer zu 244 Prozent finanziert.

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Über Tim Meinken 197 Artikel

Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.
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