So ändert 3D-Druck Logistikströme

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Werden Logistiker künftig zu Produzenten von Ersatzteilen oder bleibt ihnen nur noch die Rolle eines Rohstofflieferanten? Das war eine der Fragen, die die rund 90 Teilnehmer einer Infoveranstaltung der IHK Region Stuttgart bewegte. Schon jetzt gibt es nicht nur auf Schiffen Ersatzteildrucker für den Notfall, auch auf der Raumstation ISS steht ein solches Gerät. Bei Airbus werden gedruckte Türstreben verbaut, und auch der Zahnersatz kommt aus dem Drucker. „Immer da, wo ich hohe Bauteilekosten habe, kann 3D-Druck wertschöpfend sein“, sagt Unternehmensberater Jens Krause von der KMPG AG, Hamburg. Bei Massenprodukten, so seine Einschätzung, wird die Entwicklung hin zum 3-D-Druck dagegen noch dauern.

3D-Druck entwickelt sich weiter

Der Markt ist in Bewegung. Bei der additiven Fertigung entwickeln sich die Umsätze rasant. Krause geht von einem weiterhin Wachstum aus, denn die Player im Markt, also Softwareentwickler, Drucker- und Scanner-Hersteller sowie Rohstofflieferanten, arbeiten mit Hochdruck an der Technologie. Davon profitieren auch Produktionsunternehmen und Service-Provider. Dazu gehören Geschäfte wie klassische Copy-Shops, in denen Konsumenten Teile ausdrucken können. „UPS bietet diesen Service bereits in Amerika an“, sagt Krause.

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Sein Appell an die Transportbranche ist eindeutig: „Wenn ich Bauteile nicht mehr verteilen, sondern nur noch eine Datei mit allen Informationen an den Verbrauchsort schicken muss, um das Bauteil dann vor Ort auszudrucken, wird das Auswirkungen auf die Logistik haben.“ Die globalen Logistikströme ändern sich. „Die Entwicklung wird eher schneller sein, als später“, betont er. Wohlwissend, dass noch viele Fragen zu klären sind, beispielsweise in Bezug auf Patentschutz, Prozessstabilität und Produktreinheit. So müssen viele Produkte, die momentan aus dem Drucker kommen, noch nachbearbeitet werden.

Schenker mit 3D-Printerfarmen

Bei DB Schenker geht man bereits offensiv mit diesem Thema um. Einer der Vordenker im Unternehmen ist Detlef Protzmann, von Haus aus Ingenieur, jetzt Leiter Produktdesign. Er sieht vor allem im Bereich der Kontraktlogistik Handlungsspielraum. Schließlich hat DB Schenker den großen Vorteil, als Konzern bereits ganz nah am Kunden zu sein. „Alleine in der Kontraktlogistik haben wir weltweit 750 Standorte“, betont er. Warum diese also nicht mit 3D-Druckern ausstatten? Statt Waren fließen dann Daten und Rohmaterialien in die Häuser vor Ort. „Wir drucken in diesen „Printerfarmen“ beispielsweise Ersatzteile und verteilen sie“, sagt Protzmann. Das hätte auch den Vorteil, dass Warenbestände vor Ort besser gehandhabt werden können.

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Auf die Frage, ob DB Schenker künftig also als Druckunternehmen agieren wird, antwortet er: „Stand heute wollen wir sicherlich keine eigene Produktionslinie aufbauen, sondern eher im Rahmen eines Netzwerks oder mit strategischen Partnern agieren“. Genau aus diesem Grund ist die DB und damit DB Schenker Teil des Netzwerks „Mobility goes Additive e.V.“.  Dort denken neben Institutionen und Forschungseinrichtungen auch Unternehmen über Lösungen im Mobilitäts- und Logistiksektor nach.

Noch ist ist die Anzahl der beteiligten Logistiker und Transportdienstleister, beispielsweise Paul Schockemöhle Logistics, ÖBB, SSB und DB, aber eher überschaubar. „Wir können zugucken oder aber das Thema selbst vorantreiben“, sagt Protzmann. DB Schenker hat sich bereits entschieden. Aus gutem Grund, wie Unternehmensberater Krause betont: „Logistiker müssen sich den Herausforderungen stellen“. (Annett Boblenz)

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Über Tim Meinken 288 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig. Hier können Sie Kontakt zu mir aufnehmen:

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