Uber will in Deutschland expandieren – doch das ist schwer

Uber Deutschland
Foto: Uber

Bislang war das Kapitel „Deutschland“ für Uber alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Der Fahrdienstvermittler, der lange Zeit als das wertvollste Startup der Welt galt, hatte hier eigentlich von Anfang an nur Ärger. Doch wer Europa erobern will, das weiß auch Uber-Chef Dara Khosrowshahi, der kommt am bevölkerungsreichsten Land des Kontinents nicht vorbei – wobei man bei Uber inzwischen nicht mehr so gerne von „erobern“ spricht, weil das aggressiv klingt, während man in Deutschland beim zweiten Anlauf, das Geschäft auszurollen, doch eigentlich nett sein will.

Doch der Reihe nach: Im August 2014 hatte das Unternehmen in Düsseldorf seinen Fahrdienst „Uber Pop“ gestartet, den es auch in einer Reihe anderer Städte anbot. Idee: Privatpersonen sollten mit ihren eigenen Fahrzeugen Fahrgäste befördern, die ihnen über die Uber-App vermittelt wurden. Das Angebot war viel günstiger als die Taxi-Fahrt, leider aber hierzulande auch illegal.

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2015 wurde Uber gerichtlich gestoppt

Also klagten die Taxi-Zentralen, die ihr Geschäft bedroht sahen. Und auch die Behörden wehrten sich, weil man erbost über die Dreistigkeit war, mit der dieses amerikanische Unternehmen sich über geltende Gesetze hinwegsetzen wollte. 2015 stoppte das Landgericht Frankfurt das Angebot – und es wurde in Deutschland ruhig um Uber.

Inzwischen hat das Unternehmen mit Dara Khosrowshahi einen neuen Chef und mit Christoph Weigler einen neuen Statthalter in Deutschland – und plant im wichtigsten europäischen Markt den Neustart. „Unsere Deutschland-Strategie ist ein kompletter Neuanfang“, sagte Khosrowshahi zuletzt bei einer Konferenz in München.

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Aktuell ist das Unternehmen nur noch in Berlin und München aktiv. Dort kann man professionelle Chauffeure mit Mittelklasse- (Uber X) oder Oberklasse-Fahrzeugen (Uber Black, nur in München) buchen. Außerdem werden in Berlin über Uber Taxi Fahrten an klassische Taxifahrer übermittelt. Mit dem Angebot versucht Uber offenbar, internationalen Besuchern von Berlin, die Uber in ihrer Heimat nutzen, zumindest ein Angebot zu machen, auch wenn Dienste wie Uber Pop nicht zur Verfügung stehen.

Mindestens 4 neue Städte sollen angeschlossen werden

In diesem Jahr wolle Uber in weiteren deutschen Städten starten, sagte Khosrowshahi. Zu den Favoriten zählen neben Frankfurt auch Köln, Düsseldorf und das Ruhrgebiet. Doch es gibt viele Fragezeichen: Unklar ist, ob die Uber-Mannschaft, die zuletzt 20 Mitarbeiter umfasst, sich am Ende nicht zunächst auf den Start in einer Stadt in diesem Jahr fokussiert.

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Welche das dann wäre, hängt sicherlich auch davon ab, inwiefern sich vor Ort professionelle Chauffeure finden lassen. Denn die braucht Uber für seinen Dienst Uber X. In München gab es offenbar aufgrund der Vielzahl an Dax-Konzernen und des außerhalb der Stadt liegenden Flughafens ein für deutsche Verhältnisse recht großes Angebot. Ebenso in Berlin, wo Uber unter anderem mit dem Unternehmen Rocvin zusammenarbeitet, das früher komplett den Deutschen Bundestag betreute. Doch gilt das auch für Düsseldorf, Köln und Co.?

Bislang keine Kontaktaufnahme

Im Düsseldorfer Rathaus heißt es aktuell lediglich: „Uber hat bislang keinen Kontakt zu uns aufgenommen, sodass wir zu möglichen Plänen noch nichts sagen können.“ Die Taxi-Konkurrenz beobachtet den Angreifer jedoch weiterhin genau. „Ärger wird es geben, wenn sie an unsere Kollegen herantreten“, macht Dieter Zillmann, Vorsitzender des Taxiverbands NRW, schon mal klar. „Uber müsste jetzt unsere Leute für Aufträge abwerben, damit sie an die Wagen herankommen“, sagt Zillmann. Mit dieser Art von Konkurrenz hat der Verband aber bereits Erfahrung.

Allerdings ist die Frage, ob der Taxi-Markt für Uber überhaupt ausreichend interessant ist: Einerseits gibt es hier mit der Daimler-Tochter Mytaxi bereits einen starken Angreifer. Andererseits will Uber den Markt gravierend verändern, also beispielsweise flexiblere Preise bieten als Taxis, deren Preise jeweils von den Behörden festgelegt werden. Über die zukünftigen Pläne hält man sich deshalb bei Uber weiterhin bedeckt. Eins, betonte ein Sprecher, sei jedoch völlig klar: „Entscheidend ist für uns, sicherzustellen, dass unsere Expansion in Partnerschaft mit den Städten und Behörden stattfindet.“ (von Sebastian Esch und Florian Rinke RP)

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Über Tim Meinken 308 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig. Hier können Sie mir folgen:

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