Volkswagen pusht Logistikinnovationen

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Mit einem Scouting hatte Volkswagen zuletzt innovative Logistiklösungen gesucht. Insgesamt bewarben sich 128 Unternehmen mit 171 Prozess- oder Produktlösungen. Die aus Sicht von VW-Logistikmanagern besten Ideen wurden am Dienstag von 16 Unternehmen und zwei Fraunhofer-Instituten beim „Volkswagen Innovationstag Logistik“ in Wolfsburg präsentiert. „Der Innovationstag zeigt, mit welchen Lösungen wir uns auf die künftigen Herausforderungen vorbereiten“, sagte Thomas Zernechel, Leiter Volkswagen Konzernlogistik. Ziel ist es dem Autobauer zufolge, im Dialog mit externen Unternehmen über die Visionen des Konzerns zu diskutieren.

Die 18 finalen Innovationskonzepte im Überblick

  1. Gamification-Ansatz (Arvato Systems)
  2. Iteratives Verfahren zur Optimierung von intermodalen Verkehren Straße/Schiene (Captrain)
  3. Rollende Transportdrohne (Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML)
  4. Pick by Local Light (Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS)
  5. Vollautomatische Versorgung der Linie mit Kleinladungsträgern (Identytec)
  6. Softwarelösung für Flotten von autonomen Transportrobotern (Incubed IT)
  7. Autonom navigierende Transportroboter (Insystems Automation)
  8. Fahrer-/Ladestellen-App (Inform Institut für Operations Research und Management)
  9. Leichtbau-Exoskelett (J. Schmalz)
  10. Automatisierte Lagerung und Transport von Kleinladungsträgern (Knapp Industry Solutions)
  11. Kamerabasierte Objektidentifikation (Logivations)
  12. Aktive Echtzeit-3-D-Indoor-Lokalisierung ohne GPS (Quantitec)
  13. Komplettlösung für die Digitalisierung von Logistikzentren (Schnellecke Logistics)
  14. Vollautomatisches System zur Linienversorgung (Serva Transport Systems)
  15. Autonome fahrerlose Transportsystem-Flotte (Swisslog)
  16. Geplante Notfallkonzepte für ausgewählte Werke (Time Matters)
  17. Software zum Einsatz von Smart Glasses (Ubimax)
  18. Trackingsystem für Stapler zur Vermeidung von Unfällen (Zeno Track)

Inwieweit Lösungen tatsächlich zum Piloteinsatz bei den einzelnen Marken kommen, stehe noch nicht fest, sagte Zernechel weiter. Er machte aber die Vorgabe: „Jede Marke nimmt mindestens eine Idee mit und probiert sie aus.“ In Wolfsburg trafen sich Logistikmanager über alle Konzernmarken, insgesamt waren es 230 Experten aus 18 Ländern. Im Anschluss der Veranstaltung evaluieren die Logistiker im Konzern, welche Konzepte für ihren jeweiligen Standort oder ihre jeweilige Marke, das größte Potenzial haben.

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In der Ausstellung informierten die Unternehmen die Logistikexperten zum Beispiel über individuelle, autonom navigierende Transportroboter. Diese Roboter ermöglichen einen flexiblen und vollautomatisierten Materialfluss sicher. Das Zusammenspiel von Laserscanner, Umgebungskarten und Wlan sorgt dafür, dass die Roboter auch unvorhergesehenen Hindernissen ausweichen können.

Die Digitalisierung ermöglicht die Objekterfassung ohne kostspielige Transponder und Scanner: Hochauflösende Kameras können in Verbindung mit neuronalen Netzen (deep machine learning) in Echtzeit Objekte identifizieren und lokalisieren. Durch die IT-Lösung werden die Prozesse in der Materiallogistik transparent und effizienter.

Ein intelligenter Ansatz für ergonomische und ortsungebundene Arbeitsplätze ist das Leichtbau- Exoskelett, eine äußere Stützstruktur für den Körper. Die Kraftunterstützung kann individuell und nach Bedarf eingestellt werden. Die Bewegungen des Trägers werden von Sensoren erfasst und durch Federpakete unterstützt oder verstärkt.

„Die Megatrends der Branche, wie beispielsweise die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung, wirken sich mehr und mehr auf die operativen Logistikprozesse aus“, sagte Stefanie Hegels, Leiterin Logistiksteuerung der Volkswagen Konzernlogistik. „Mensch-Roboter-Kooperationen, Smart Glasses oder virtuelles Lernen für fehlerfreie Kommissionierprozesse sind die neue Realität für uns.“ Aber auch die vollautomatisierte Ein- und Auslagerung von Materialien und autonome Transportsysteme werden Hegels zufolge nach und nach an den Standorten ausgerollt. „Dadurch können wir unsere Logistikprozesse deutlich verschlanken, transparenter und stabiler gestalten“, sagte die Managerin.

Über Tim Meinken 136 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.

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