Weißbuch: Industrie 4.0 revolutioniert Lieferketten

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Das World Economic Forum (WEF) und die Bundesvereinigung Logistik (BVL) haben ein 20-seitiges Papier zu den Auswirkungen der vierten industriellen Revolution auf die Wertschöpfungsketten erarbeitet. „Unternehmenslenker können sich nicht länger allein auf die Entwicklungen und Trends in ihren eigenen Wirtschaftsbereichen konzentrieren. Sie müssen mögliche Transformationsprozesse und Disruptionen in der gesamten Welt der Zulieferer, der Kunden und der benachbarten Märkte verstehen“, schreiben die Autoren, darunter Wolfgang Lehmacher, Leiter Supply Chain and Transport Industries beim WEF, in der Einleitung. Abgesehen von technischen Aspekten, die im Mittelpunkt stehen, berücksichtigt das Papier auch Auswirkungen auf die Umwelt sowie auf Arbeitsbedingungen und Qualifikationsanforderungen.

Die Digitalisierung verändert in den meisten Wirtschaftssektoren die Produktion und damit auch die Geschäftsmodelle. Diese Entwicklung sei schon vielerorts sichtbar und betrifft auch die Logistik: Das Management der globalen Lieferketten werde in einem noch nie dagewesenen Tempo neu gestaltet. Neue Lösungen wie fortschrittliche Robotertechnik, autonome Systeme sowie additive Fertigung würden die traditionellen Wege der Wertschöpfung revolutionieren. Aufgrund der größeren räumlichen und zeitlichen Flexibilität der disruptiven Innovationen rücken Produktions- und Verkaufsstandorte den Autoren zufolge näher zusammen.

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Neue Möglichkeiten für Lieferketten ergeben sich

So ermögliche 3-D-Druck die dezentrale Herstellung von Komponenten, wodurch sich Lieferketten in Teilen kürzer und lokaler gestalten ließen. Diese Entwicklung mache die Lieferketten robuster. Die Reduktion des Transportumfangs wirke sich positiv auf die Umwelt aus. Bei Logistikdienstleistern würden Kapazitäten frei, die strategisch genutzt werden sollten.

Die Übergänge von Wertschöpfungsstufe zu Wertschöpfungsstufe werden den Experten zufolge fließender, verschwimmen zwischen herkömmlicher industrieller Fertigung und Logistik. Logistikdienstleistern eröffne sich hier eine große Chance. Das traditionelle Geschäftsmodell eines 3PL-Logistikanbieters ließe sich noch stärker erweitern als in der Vergangenheit. Die Autoren skizzieren eine Vision eines Modells, das Fertigungs- und Logistikkompetenz gleichermaßen beinhaltet.

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In das Papier mit dem Titel „Impact of the Fourth Industrial Revolution on Supply Chains” sind laut BVL viele Erkenntnisse der Studie zu den Trends und Strategien in der Logistik und im Supply Chain Management eingeflossen. Input aus der Praxis erhielten die Autoren bei einem Workshop mit rund 20 Senior Executives Anfang Juli am Sitz des WEF in Genf. Von BVL-Seite haben Christian Grotemeier, Leiter Forschung und Veranstaltungen, und Projektmanagerin Maike Lorenzen mitgearbeitet. Grotemeier gehört wie Lehmacher auch dem Gremium der Logistikweisen an. (cs)

Das gesamte Papier steht als PDF zum Download bereit.

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