Wenn der Roboter das Weihnachtspaket bringt

(Grafik: ZF)

Die Auslieferungsdrohne wird eher ein Nischendasein führen, aber fahrende Zustellroboter gehören in wenigen Jahren sowohl in Metropolen als auch in ländlichen Regionen zum Alltag. Das sind Ergebnisse der dritten ZF-Zukunftsstudie, die sich mit dem Thema „Logistik auf der letzten Meile“ befasst. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat in einem 360-Grad-Ansatz Erwartungen der Endkunden, gesetzliche und räumliche Rahmenbedingungen sowie technische Trends und deren Auswirkungen untersucht.

Logistik betrifft jeden – nicht nur zu Weihnachten

Die „letzte Meile“ betrifft nahezu jeden – Kurierdienste und Transportunternehmen ebenso wie private und gewerbliche Kunden. Dies wird gerade in der Weihnachtszeit deutlich, wenn bis zu acht Millionen Pakete täglich – und damit 240 Prozent mehr als üblich – an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Eine punktgenaue Zustelllogistik ist aber auch zu allen anderen Zeiten eine Herausforderung, in Metropolen ebenso wie in Kleinstädten oder auf dem flachen Land.

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Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen: „Vor dem Hintergrund der zahlreichen Einflussgrößen haben wir Entscheidungs- und Handlungsbedarfe identifiziert.“ So runden Handlungsempfehlungen an die Politik die Studie ab, wie etwa eine Harmonisierung uneinheitlicher Regelungen bei „Low Emission Zones“. An die Logistikwirtschaft gerichtet ist der Appell, die Chancen der Digitalisierung stärker zu nutzen.

Autonome Auslieferungsroboter – Drohnen nur in Ausnahmefällen

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Intelligente Algorithmen können in Zukunft frühzeitig Bestellungen und Transportanforderungen antizipieren – im Idealfall befindet sich die Ware bereits während der Bestellung in unmittelbarer Nähe des Kunden. Das Wissen über Sendungen und deren Empfänger hilft, Transporte flexibel und zugleich effizient zu gestalten.

Dem autonomen Fahren schreibt die Studie eine wichtige Rolle zu – ohne, dass der Zusteller überflüssig wird. Seine Aufgaben ändern sich, etwa wenn ihm das Transportfahrzeug auf seinem Weg von Haus zu Haus automatisch folgt. In ländlichen Gebieten können autonome Zustellfahrzeuge den hohen Kostendruck mindern, der durch den zunehmenden Fahrermangel immer mehr auf den Logistikdienstleistern lastet. Auch in Städten können bodengebundene Transportroboter auf der letzten Meile eingesetzt werden. Mit bis zu 400 Millionen Paketzustellungen rechnen die Forscher deutschlandweit bis 2030. Transport-drohnen werden dagegen aufgrund von Sicherheitsrisiken kaum über ein Nischendasein hinaus kommen.

Elektrische Antriebe ermöglichen die Nutzung der Nachtstunden für saubere und leise Transporte auf der letzten Meile. Außerhalb von Metropolen bleibt dagegen – zumindest in der nahen Zukunft – der Verbrennungsmotor im Einsatz. Reichweiten und wirtschaftliche Gründe sind hierfür die Ursache.

Die vollständige Studie zum Download

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Über Tim Meinken 158 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig.

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