Wie Daimler, BMW und Porsche heute Autos bauen

(Foto: Daimler)

Im Produktionswerk von Mercedes-Benz in Ludwigsfelde, dem weltweit drittgrößten Transporterwerk von Daimler, werden Teilbereiche der Montage bereits vollkommen autonom mit Material versorgt. Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) beliefern die Mitarbeiter am Band mit vorbereiteten Warenkörben aus den Logistik- und Kommissionierzonen, zum Beispiel für die Türenvormontage. In sogenannten „Carsets“ bringen sie fertig vorkommissionierte Teile genau im Takt zum jeweiligen Fahrzeug ans Band. Auch das Entladen erfolgt vollautomatisch. Vorteile sind eine deutlich verbesserte Arbeitsplatzergonomie, weniger Laufwege, direkter Zugriff auf das Material, mehr Platz am Band und geringere Unfallgefahr durch Verzicht auf Gabelstapler.

Unter anderem im Werk Wörth, dem weltweit größten LKW-Montagewerk, werden im Rohbau-Finish kooperierende Leichtbauroboter zur Endkontrolle der Türverschraubung eingesetzt. Die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) ermöglicht hier die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ohne Schutzzäune. Mit Hilfe von Sensoren können intelligente Roboter ihren Nahbereich erfassen und zum Beispiel ihre Bewegung stoppen, falls sich ein Mensch in ihrem Aktionsradius aufhält. Oder sie erkennen drohende Kollisionen mit Werkstücken und können innehalten.

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Der Roboter kann dabei so platziert und eingestellt werden, dass er Mitarbeiter ergonomisch optimal unterstützt, beispielsweise bei anstrengenden Arbeitsschritten wie Über-Kopf-Tätigkeiten. Zudem werden durch den einfachen und intuitiven Umgang mit dem Roboter Programmierzeiten reduziert und die Effizienz von Fertigungsabläufen erhöht. Mit seiner präzisen Arbeitsweise trägt der Leichtbauroboter außerdem zur Steigerung der Qualität bei.

Im Werk Kassel, dem globalen Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeugachsen der Daimler AG, erprobt das Unternehmen im Rahmen eines Pilotprojekts den Einsatz von Datenbrillen. Die im Bereich der Hinterachsmontage eingesetzte Datenbrille ist mit einem Touchpad am rechten Bügel zu steuern. Durch eine Wisch-Bewegung lassen sich verschiedene Bilder, Videos oder Einstellungen ansehen und auswählen. Die Brillenkamera kann unkompliziert Bild und Ton gleichzeitig aufnehmen, während ein erfahrener Mitarbeiter einen Arbeitsprozess erledigt. Die Mitarbeiter beurteilen die erstellten Lernvideos als leicht verständlich und gut für das Anlernen am Arbeitsplatz geeignet. Arbeitsprozesse in der Montage sollen mit Hilfe der „Smart Glasses“ gefilmt werden, um herauszufinden, ob die neu aufgenommenen Videos die arbeitsplatznahe Qualifizierung der Mitarbeiter unterstützen. Das Anlernen neuer Mitarbeiter, das Umlernen erfahrener Mitarbeiter auf neue Arbeitsstationen und die Erhaltungsqualifizierung sind dabei wesentliche Kernelemente.

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