Cargoline startet digitale Plattform

Haben Cargoboard mit ins Leben gerufen (v. l. n. r.): Artur Nachtigal, David Port, Lukas Petrasch und Richard Kleeschulte (Foto: Qibin Wang, WaMa Kollektiv/Cargoboard)
Haben Cargoboard mit ins Leben gerufen (v. l. n. r.): Artur Nachtigal, David Port, Lukas Petrasch und Richard Kleeschulte (Foto: Qibin Wang, WaMa Kollektiv/Cargoboard)

Die Kooperation Cargoline hat ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das speziell kleineren Versendern und Onlinehändlern einen einfachen, digitalen Zugang zum Stückgutnetz ermöglicht. Dazu wurde per 1. April das Start-up Cargoboard mit Sitz in Paderborn gegründet. Cargoline hat sich mit gut 70 Prozent beteiligt, die restlichen Anteile halten die vier Entwickler David Port, Artur Nachtigal, Lukas Petrasch sowie Richard Kleeschulte.

Nach nur wenigen Klicks erhält der potenzielle Versender einen Preis für den angefragten Transport, gestaffelt nach verschiedenen Dringlichkeitsstufen. Basis ist dabei ausschließlich das Cargoline-Netz. Auf Grundlage der von den Partnern hinterlegten Preise für die unterschiedlichen Produkte wird der Verkaufspreis kalkuliert. Ist der Auftrag erteilt, wird er umgehend dem Cargoline-Depot zugeordnet, das für den Abholort zuständig ist, und der Abholauftrag automatisch ausgelöst.

Cargoline: Digitale Spedition und Profitcenter

Cargoboard selbst ist eine digitale Spedition und ein Profitcenter, erklärt Cargoline-Geschäftsführer Jörn Peter Struck. Das heißt, es finanziert sich aus der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen. Im Außenverhältnis tritt Cargoboard als Auftragnehmer gegenüber den Versendern auf.

Seit Anfang April ist die digitale Plattform online. Zwar liegen noch keine Zahlen über die Aufträge vor, aber „entgegen manchen Befürchtungen sind es nicht vor allem kleine Paketsendungen, sondern die durchschnittliche Sendung umfasst rund 400 kg“, hat Struck anhand der ersten Aufträge registriert. „Wir streben als ersten Meilenstein rund 100 Sendungen am Tag an.“

Für das Marketing nutzt Cargoboard vor allem soziale Medien. „Der Erstkontakt wird in der Regel über Google-Abfragen zustande kommen“, glaubt Struck. Diesem werde dann nachgegangen, um auch die unregelmäßig versendenden kleineren Kunden an die Plattform zu binden.

Hintergrund der Überlegungen ist die Zunahme an Versendern aus dem digitalen Umfeld, erläutert Struck. Neben dem stationären Handel, der zusätzlich online verkauft, und dem reinen Onlinehandel gibt es viele Verkäufer, die nur ab und zu eine Palette Stückgut verschicken. „Sie verstehen in der Regel wenig von Logistik und wollen ihre Sendungen mit wenigen Mausklicks auf den Weg zum Kunden bringen – und das eben auch mal am Sonntag oder spätabends. Mit Cargoboard können wir diese Kunden jetzt abholen.“

Wenig Berührungspunkte mit Instafreight

Ergänzend kooperiert Cargoline auch weiterhin mit der digitalen Spedition Instafreight. Zwar könne es hier vereinzelt eine Wettbewerbssituation geben. Aber da Instafreight vor allem auf Teil- und Komplettladung und weniger auf Stückgut ausgerichtet sei, sieht Struck nur wenige Berührungspunkte.

Entstanden ist die Idee als Folge eines Workshops von Cargoline Mitte vergangenen Jahres mit Unterstützung des Innovationsquartiers Garage33 in Paderborn. Dort entwickelten mehrere Teams – bestehend aus Studenten der Universität Paderborn sowie Praktikern von Cargoline-Partnern – verschiedene Ideen für disruptive Geschäftsmodelle. Den abschließenden Pitch der finalen fünf Ideen gewann schließlich Cargoboard.

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