CES 2020: Humanoide Roboter und autonome Lieferdroiden für die letzte Meile

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Ein Roboter mit zwei Füßen, zwei Händen und aufrechtem Gang, der das Paket die letzten 15 Meter vom Lieferwagen bis zur Haustür bringt – das klingt zu visionär? Es ist bereits Realität. Der humanoide Roboter „Digit“ des amerikanischen Unternehmens Agility Robotics ist vom 7. bis zum 10. Januar auf der Consumer Electronics Show (CES) 2020 in Las Vegas zu sehen. Er wurde so entwickelt, dass er die gleiche Umgebung wie ein Mensch durchqueren kann.

Der erste Prototyp des Digit wurde bereits im Mai 2019 gezeigt. Seitdem hat Agility Robotics ihn ausgiebig getestet sowie das Design und die Funktionen mehrmals verbessert. Zu den Verbesserungen gehören sowohl fortschrittlichere Füße, die es dem Roboter ermöglichen, auf einem Fuß zu balancieren und Hindernisse zu meistern als auch neue Sensoren und eine leistungsstärkere Computerhardware. Das Design des Digits soll es dem Roboter ermöglichen, sich zusammenzufalten, um platzsparend in einem Fahrzeug gelagert zu werden, bis er zum Einsatz kommt.

Sobald ein Fahrzeug am Ziel angekommen ist, kann der Roboter ein Paket aus dem Fahrzeug holen und die letzten Schritte im Auslieferungsprozess selbsttätig durchführen. Stößt er auf ein unerwartetes Hindernis, kann der Roboter ein Bild an das Fahrzeug senden und Hilfe von anderen Systemen anfordern, damit er neu navigieren kann.

Die Bewältigung der innerstädtischen letzten Meile

Ford wird nach eigenen Angaben als erster Kunde zwei Digits erwerben. Das Unternehmen will im Rahmen seiner Partnerschaft mit Agility Robotics anhand von praktischen Anwendungsbeispielen testen, wie Ford-Nutzfahrzeuge und Digit miteinander und mit ihrer Umgebung interagieren.

Der französische Fahrzeugteilehersteller  Valeo hat einen anderen Ansatz für die Bewältigung der letzten Meile in Innenstädten: Er hat einen autonomen und elektrischen Lieferdroiden, den Valeo eDeliver4U, an den Start gebracht. Dieser entstand in Kooperation mit Chinas E-Commerce-Plattform für Dienstleistungen Meituan Dianping. Der Lieferdroid kann sich von einem 48-V-System angetrieben selbstständig fortbewegen und soll so die letzte Meile in Innenstädten emissionsfrei zurücklegen.

Autonomes Fahren

Auch das autonome Fahren wird auf der CES 2020 eine große Rolle spielen. Das schwedische Unternehmen Veoneer, das Technologien für die Automobilindustrie entwickelt, wird unter anderem die KI-gestützte DMS-Technologie von Seeing Machines zur Fahrerüberwachung vorstellen. Die Fahrerüberwachungstechnologie namens Fovio basiert auf Technologien für maschinelles Sehen und misst die Kopfhaltung, Bewegungen der Augenlider und Blickrichtung des Fahrers – auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen und beim Tragen einer Sonnenbrille. Die Daten werden anschließend verarbeitet, um den Aufmerksamkeitszustand und den Grad der Konzentration, Schläfrigkeit und Beeinträchtigung des Fahrers auszuwerten und sie in Echtzeit in das Fahrerassistenzsysteme Adas einzuspeisen.

Außerdem kündigte Veoneer an, erstmals ein Produkt zu enthüllen, mit dem der Fahrer auf Knopfdruck während der Fahrt die Hände vom Lenkrad nehmen kann, während das Fahrzeug tägliche Pendelstrecken sicher von selbst bewältigen soll.

Mit der zunehmenden Autonomie der Fahrzeuge nimmt auch die Anzahl der innovativen Innenraumkonzepte zu. Raum, der sonst für das Steuern des Fahrzeugs verwendet wird, kann dann anderen Verwendungszwecken dienen wie beispielsweise der Arbeit oder des Entertainments. (dpa/ds)

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