„Der Digitalisierungsgrad der Logistikbranche ist noch nicht ausreichend“

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Trotz fortschreitender Digitalisierung werden noch immer zu viele Dokumente ausgedruckt und postalisch verschickt, beobachtet der 23-jährige Robin Dinkelacker, der bei Hellmann eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen macht. Sein Verbesserungsvorschlag: Das Know-How der digital aufgewachsenen Generation und der Umgang mit digitalen Medien sollte auf bestehende Prozesse übertragen werden, um diese effizienter zu gestalten.

Welche Herausforderungen und Lösungsansätze sehen Deutschlands Logistik-Azubis in der Coronakrise? Was fasziniert die Nachwuchs-Logistiker an der Branche? Und wie wirkt sich die Coronapandemie konkret auf ihre Ausbildung aus? Die DVZ hat bei über 40 Auszubildenden aus 11 Logistikunternehmen nachgefragt.

DVZ: Warum hast Du Dich  für die Ausbildung in der Logistikbranche entschieden? Wie bist Du auf die Branche aufmerksam geworden?

Robin Dinkelacker: Ich wollte etwas im internationalen Bereich  machen und fand Flugzeuge und Schiffe schon immer spannend. Also habe ich mir überlegt, wie ich beides kombinieren kann – so bin ich auf die Logistikbranche gekommen. Über eine Ausbildungsberatung und Berufsmessen habe ich mich dann das erste Mal intensiv damit auseinandergesetzt und im Laufe der Zeit erkannt:  Waren auf der ganzen Welt zu bewegen und damit Hauptbestandteil der internationalen Wirtschaft zu sein – das ist spannend, das passt!

Was macht Dir an der Ausbildung besonders viel Spaß?

Ich bin ein Mensch, der gerne das Ergebnis seiner Arbeit sieht. Wenn ich einen Seefracht-Import aus China organisiere und die Sendung am Ende real im Lager steht, dann gibt mir das ein unglaublich gutes Gefühl. Es ist schon ziemlich cool zu sehen, dass man ein relevanter Bestandteil von etwas Großem ist.

In meiner Ausbildung bei Hellmann merke ich immer wieder, dass hier großer Wert darauf gelegt wird, dass wir Azubis eng in den Gesamtprozess eingebunden werden. So erhalte ich Einblicke in alle Teilschritte eines Projekts und bin von Anfang bis Ende voll dabei. Das macht wirklich viel Spaß, weil man am Ende einen Haken dransetzen und sagen kann: „Und wieder erfolgreich einen Transport designt.“

Welche Verbesserungsvorschläge hast Du?

Ich denke, dass der Digitalisierungsgrad der Branche noch nicht ausreichend erreicht ist. Es werden beispielsweise immer noch viele Dokumente gedruckt und postalisch verschickt. Hellmann treibt die Digitalisierung seit einigen Jahren aber mit großen Schritten voran. Wir haben einen Chief Digital Officer im Executive Board, der das Thema mit viel Elan angeht und schon viel bewegt hat.

Auch die weitere Automatisierung von Lagern könnte viele Prozesse vereinfachen und Ressourcen freischaufeln. Mit meiner Berufsschulklasse arbeite ich im Rahmen eines Pilotprojekts komplett digital auf Tablet-Computern. Dieses Know-How unserer digital aufgewachsenen Generation und der Umgang mit digitalen Medien gilt es, noch weiter auf die Arbeitswelt allgemein und die Logistik im Speziellen zu übertragen. 

Wie hat sich die Coronapandemie auf Deine Ausbildung ausgewirkt?

Natürlich hat die Pandemie auch Auswirkungen auf unsere Ausbildung: Die Berufsschultage finden nicht mehr im Präsenzunterricht statt. Das bedeutet, dass man seine Klassenkameraden nicht mehr sieht – da wir von Anfang an digital gearbeitet haben, war die Umstellung auf das Home-Schooling inhaltlich aber eigentlich kein Problem.

Und auch auf den Arbeitsalltag haben die mit der Pandemie zusammenhängenden Schutzmaßnahmen Auswirkungen: Da viele Kollegen und Kolleginnen ins Home-Office gewechselt sind, hat sich der Kreis von Ansprechpartnern vor Ort reduziert. Das führt dazu, dass manche Themen hinten angestellt, oder auch mal nur in Kurzform erklärt werden können. Dafür fördert das im Umkehrschluss auch unsere Kreativität und Eigenständigkeit…

Wie geht es nach der Ausbildung für Dich weiter?

Ich möchte unbedingt in der Logistik bleiben. Am liebsten würde ich nach der Ausbildung ein duales Studium bei Hellmann beginnen. Ich glaube, das ist für mich der beste Weg. Denn einerseits kann ich mich so noch weiterentwickeln und spezialisieren und bleibe andererseits aber auch praxisorientiert nah dran und kann in der „Hellmann-Family“ weiterarbeiten.

Foto: Hellmann Worldwide Logistics

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