„Die Zukunft ist momentan schwer vorherzusagen und für jeden ungewiss“

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Die Coronapandemie hat die Gesellschaft vor neue Herausforderungen gestellt. Besonders junge Menschen, die vor dem Berufseinstieg stehen, kämpfen mit den Folgen der Krise.

Auch die Logistikunternehmen mussten in Zeiten des steigenden Fachkräftemangels ihre Ausbildungskonzepte überdenken, um dem Fachpersonal eine adäquate Ausbildung zu bieten. Gleichzeitig stellt die Krise auch die Systemrelevanz der Logistikbranche unter Beweis und sorgt für digitale Lösungen. Hier sind junge Menschen mit innovativen Ideen und technischem Know-How gefragt.

Welche Herausforderungen und Lösungsansätze sehen sie? Was fasziniert die Nachwuchs-Logistiker an der Branche? Und wie wirkt sich die Coronapandemie auf ihre Ausbildung aus? Die DVZ hat bei über 40 Auszubildenden aus 11 Logistikunternehmen nachgefragt.

Den Anfang machen Luis Brück, Marten Kuhlmann, Nick Goehde, Alessia Köhler, Amira-Alizée Stricker und Anna Beyer, Auszubildende bei der Lufthansa Cargo im ersten Lehrjahr:  

DVZ: Warum habt Ihr Euch für die Ausbildung in der Logistikbranche entschieden? Wie seid ihr auf die Branche aufmerksam geworden?

Beyer, Brück, Goehde, Köhler, Kuhlmann, Stricker: Auf die Ausbildung zum Kaufmann und zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung sind wir alle auf unterschiedlichem Wege aufmerksam geworden. Zum Beispiel über die Vorstellung des Ausbildungsberufes in einem Werbevideo, beim Durchstöbern der „Lufthansa-Karriere-Website“ oder durch verschiedene Praktika. Doch eines verbindet uns alle: Unser hohes Interesse für logistische Prozesse und die Faszination für den Frankfurter Flughafen als globales Frachtdrehkreuz.

Was macht euch an der Ausbildung besonders viel Spaß?

Da wir während der Ausbildung verschiedene Bereiche und Abteilungen durchlaufen, bekommen wir die Möglichkeit, unterschiedliche Einblicke zu erhalten und neue Erfahrungen zu sammeln. Von der Animal Lounge, dem Pharma Hub, der Wertfracht bis hin zum Im- und Export im ersten Ausbildungsjahr oder dem Vertrieb im zweiten Jahr sind viele spannende und abwechslungsreiche Abteilungen dabei.

Uns allen macht das Arbeiten im internationalen Umfeld sowie das Kennenlernen und Unterstützen der Kolleginnen und Kollegen sehr viel Spaß. Bereits nach kurzer Zeit wurde uns schon Verantwortung übertragen und wir wurden trotz der aktuell schwierigen Situation herzlich aufgenommen, weshalb wir uns alle innerhalb der Lufthansa Cargo AG sehr wohlfühlen.

Welche Verbesserungsvorschläge habt ihr?

Vor allem durch die Pandemie und das daraus resultierende Home-Schooling ist uns aufgefallen, dass das Schulsystem sowie der Rahmenlehrplan überarbeitet werden müssen. Wir hatten leider bisher nur einmal kurz die Möglichkeit, die Lehrerinnen und Lehrer persönlich kennenzulernen. Sowohl uns als auch den Lehrkräften fällt es schwer, mit der aktuellen Situation zurecht zu kommen. Es fehlt auch der persönliche Kontakt zu den anderen Mitschülerinnen und Mitschülern in der Berufsschulklasse, mit denen wir uns nur über die sozialen Netzwerke und Videokonferenzen austauschen können.

Hinsichtlich der Branche könnte es besser in der Kommunikation zwischen Versendern, Spediteuren und Frachtführern laufen. Es kommt oft vor, dass bestimmte Informationen oder Daten fehlen und diese dann auf umständlichen Wegen ermittelt werden müssen. Unser Verbesserungsvorschlag ist daher, durch fortschreitende Digitalisierung neue Verfahren und Kontaktwege aufzubauen. Hierfür wäre ein einheitliches System der Datenübermittlung zum Beispiel eine Möglichkeit. Daran wird auch bereits gearbeitet.

Insgesamt kann man sagen, dass, die Logistikbranche schon auf einem guten Weg des Fortschritts in puncto Digitalisierung und Standardisierung der Arbeitsprogramme ist.

Wie hat sich die Coronapandemie auf Eure Ausbildung ausgewirkt?

Schon vor dem offiziellen Start der Ausbildung hat sich die Coronapandemie darauf ausgewirkt. Es begann schon mit dem Ausfall des geplanten Kennenlerntages im Juni und hat leider auch schon dazu geführt, dass manche Einsätze in bestimmten Abteilungen gestrichen wurden. Außerdem geschieht die Einarbeitung im Betrieb nur auf Distanz sowie mit Maske und die Berufsschule findet nur im Onlineunterricht statt.

Wir haben fast täglich Videokonferenzen und bekommen Arbeitsaufträge per E-Mail. Sowohl die Lehrerinnen und Lehrer als auch die Kolleginnen und Kollegen in den Abteilungen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und uns bestmöglich alle Themen und Kenntnisse zu vermitteln.

Wie geht es nach der Ausbildung für euch weiter?

Auch bedingt durch die aktuelle Pandemie wissen wir alle noch nicht genau, wie es nach der Ausbildung weitergeht, denn die Zukunft ist momentan schwer vorherzusagen und für jeden ungewiss. Trotz alledem wünschen wir uns, auch nach der Ausbildung innerhalb der Logistikbranche und natürlich am liebsten bei der Lufthansa Cargo AG zu bleiben. Schlussendlich müssen wir jedoch abwarten, was die Zeit mit sich bringt und sehen, welche Türen uns am Ende der Ausbildung offenstehen.

(Foto: Lufthansa Cargo)

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