Elvis hat einen LNG-Plan

Künftig könnten die Partener des Elvis-Verbundes mit LNG-LKW fahren. (Foto: Elvis)
Künftig könnten die Partener des Elvis-Verbundes mit LNG-LKW fahren. (Foto: Elvis)

Jochen Eschborn will Gas geben. Der Chef des Komplett- und Teilladungsverbunds Elvis hat mit seinem Team unter die Lupe genommen, wie sich der Einsatz von Lastwagen rechnet, die mit Flüssiggas (LNG, Liquefied Natural Gas) fahren. Derzeit dürfte sich die Anschaffung der Fahrzeuge dank der Mautbefreiung bis Ende 2020 und dem im Vergleich zum Diesel noch spürbar niedrigeren Kraftstoffpreis rasch amortisieren. Allerdings sieht Eschborn in der noch mangelhaften Tankstelleninfrastruktur ein großes Hindernis, das dem Durchbruch des alternativen Kraftstoffs im Weg steht. Sein Plan: Im Zuge der Erweiterung des Elvis-Hubs im hessischen Knüllwald an der A7 soll eine LNG-Tankstelle eingerichtet werden.

Die Idee dahinter leuchtet ein. Zwar sind die Reichweiten der LNG-Trucks – je nach Fahrzeugtyp – durchaus langstreckentauglich, doch um eine sichere Transportabwicklung gewährleisten zu können, ist es notwendig, an einem zentralen Knotenpunkt im Elvis-Netz die Versorgung mit dem Kraftstoff sicherzustellen. Dabei gehen die Planungen so weit, dass nicht nur die derzeit von einigen Elvis-Partnern eingesetzten Gas-LKW betankt werden können. Vielmehr rechnet Eschborn damit, dass künftig deutlich mehr LNG-Fahrzeuge auf den Linienverkehren eingesetzt werden.

Standards als Entwicklungshilfe für LNG-LKW

Ein Eckpfeiler, um diese Entwicklung voranzutreiben, wäre der Aufbau eines Pools standardisierter LNG-LKW durch den Verbund. Interessierte Partner würden dann die jeweiligen Fahrzeuge bei Elvis anmieten, wobei sie davon profitieren würden, dass der Verbund günstigere Konditionen bei der Beschaffung eines größeren Fahrzeugkontingents bekommen würde. Die Einrichtung dieses Fahrzeugpools wäre so getaktet, dass die Fahrzeuge einsatzbereit wären, sobald die Tankstelle fertiggestellt ist.

Um diese Fahrzeuge zu versorgen, genügt es nicht, eine ausreichend dimensionierte Tankstelle einzurichten, es ist auch ein aktives Tankmanagement notwendig. Jedem LNG-LKW im Zulauf werden dann nicht nur feste Ankunfts- und Abfahrzeiten zugewiesen werden, sondern auch ein Zeitfenster für die Betankung durch einen geschulten Tankwart. Das ist erforderlich, um möglichst viele LKW am Abend versorgen zu können. Derzeit treffen pro Abend ab 21.00 Uhr durchschnittlich 120 LKW am Hub ein. Mit dem Ausbau der Umschlagkapazitäten in Knüllwald könnte die Zahl der nächtlich abzufertigenden LKW auf 300 steigen. Sollten alle Fahrzeuge zwischen 20.00 Uhr am abends und 4.00 Uhr morgens mit LNG betankt werden, wären dann bei einer durchschnittlichen Tankdauer von 15 Minuten pro LKW zehn Zapfstellen notwendig. Tagsüber stünde die Tankstelle auch Dritten zur Verfügung.

Zwar sind die Planungen schon ziemlich konkret, aber vor der Umsetzung müssen sie noch innerhalb des Verbundes diskutiert und beschlossen werden. (ben)

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