Französisches Start-up Fretlink expandiert nach Deutschland

Das französische Start-up Fretlink wird im November dieses Jahres ein Vertriebsbüro in Düsseldorf mit drei Mitarbeitern eröffnen. Das kündigte Produktentwickler Antoine Le Squeren, einer der vier Unternehmensgründer, im Gespräch mit der DVZ an.

2016 in Paris gestartet, hat das Unternehmen auf dem Heimatmarkt inzwischen 80 Mitarbeiter und bringt Verlader und LKW-Transporteure als lizensierter Broker zusammen. „Wir sind kein Marktplatz, sondern suchen die jeweiligen Partner sorgfältig aus. Das geht über eine reine Matching-Plattform hinaus“, erklärt Le Squeren. Loyalität sei wichtig, deshalb könne nicht jeder auf der Kooperationsplattform www.fretlink.com einfach etwas anbieten. Die Geschäftsidee: Transportkapazitäten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bündeln und so Synergien erzielen.

Transportunternehmen können kostenlos bei Fretlink teilnehmen und LKW-Fahrer auf eine Gratis-App zugreifen. „Den Carriern, die unsere Software nutzen, helfen wir, ihr Geschäft langfristig zu festigen und auszubauen“, erklärt Le Squeren. Zu den Nutzern in Frankreich gehören Transporteure wie STBF (Brochart & Fils), Transarco oder Osternaud. 5.000 Transporteure – alles KMU – seien an das Netzwerk angeschlossen, davon 500 in Deutschland wie ITC Logistic in Düsseldorf oder Nikolaus Rathmann in Stuttgart. „Wir haben das größte Netzwerk an regionalen Carriern“, sagt der Entwickler.

Verlader bezahlen Servicegebühr

Verlader bezahlen ihm zufolge durchschnittlich 8 bis 12 Prozent des vermittelten Frachtwerts für die Dienstleistung. Ohne die Plattform könnten große Verlader nicht mit vielen kleinen Transporteuren zusammenarbeiten, meint der Entwickler, weil es Tracking-Probleme und Preisverzerrungen gebe. „Wir digitalisieren den Transportplan auf der Verladerseite und bieten dann den besten Preis mit der besten Lösung an“, erklärt er. Das Angebot richtet sich vor allem an Unternehmen aus den Bereichen Retail, schnelldrehende Konsumgüter, Bauwirtschaft, Lebensmittel, Getränke, Materialwirtschaft und Umwelt. Von 400 regelmäßigen großen Verladerkunden hätten 20 Deutschland-Geschäft, darunter der Discounter Lidl oder der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble mit einem Warehouse in Euskirchen. „20 Prozent unserer Warenströme kommen aus Deutschland oder gehen dorthin“, erklärt Le Squeren.

Fretlink plant weitere Expansion nach Belgien und Polen

Eigenen Angaben zufolge ist das Start-up seit vergangenem Jahr in 22 europäischen Ländern tätig und will jetzt näher an die Kunden rücken. Die Expansionspläne sehen außer Deutschland zwei weitere Märkte vor: Zunächst wird im September 2019 ein Büro in Brüssel (Belgien) eröffnet, Anfang 2020 eins in Polen. Dort steht der genaue Standort noch nicht fest.

Der Umsatz hat sich 2018 auf 15 Mio. EUR mehr als verzehnfacht (2017: 1,4 Mio. EUR), 2019 werden 60 Mio. EUR angepeilt. Um das zu erreichen, hat Fretlink 100 neue Jobs bis Jahresende angekündigt. „Die meisten werden in Paris geschaffen“, präzisiert Le Squeren. (kk)

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