Logistik-Start-ups als Raktenantrieb für „Neue Logistik“

Start-up

Mehrere Hundert Start-ups mit Logistikbezug konnten durch die Marktbeobachtungen der Fraunhofer SCS im Zuge der TOP100 Studien identifiziert werden. Diese Start-ups belegen oder widerlegen, laut der Studie, die Machbarkeit ihrer Geschäftsideen im Realbetrieb unter Marktbedingungen. Die neuen Unternehmen sind damit deutlich näher am Marktgeschehen als Forschung, theoretische Machbarkeits- und Potenzialstudien oder Pilotprojekte. Sie zeigen was im Alltag funktioniert und was nicht.

Neue Techniken ermöglichen erst Start-up-Ideen

Der Bezug zu moderner Technologie der Informations- und Kommunikationswelt ist in fast allen Start-ups vorhanden. Die Digitalisierung und der damit verstärkt einhergehende Technologieeinsatz sowie die zunehmende Bereitschaft, Technologien unterstützend in der Logistik einzusetzen, fördert das Vertrauen in neue Technologien. Vor allem Endkundennahe Themen im Bereich der letzten Meile werden durch die untersuchten Unternehmen getrieben. Daneben sind der Einsatz von Technologien in Lagern und die digitale Frachtvermittlung Schwerpunkte der Aktivitäten der Start-ups. Stark umworben sind die Marktsegmente KEP, der Landverkehr, die internationale Frachtvermittlung und die Kontraktlogistik, insbesondere die Endkundennahe Konsumgüterdistribution. Weniger aktiv sind Start-ups in den Bereichen Massengut (Bulk) oder dem Bereich der Standortlogistik (Umschlagsterminals, Kombinierter Verkehr, See-, Binnen-, Flughäfen). Diese Bereiche sind stark ausgerichtet auf B2B Geschäftsbeziehungen und scheinen deutlich weniger zugänglich für Innovationen von außen.

Weitere Potenziale für Start-ups sind noch immer im Landverkehr zu vermuten, im kleineren Kep-Markt ist die Auseinandersetzung durch sehr vielschichtige und ausdifferenzierte Geschäftsansätze schon auf einem hohen Niveau. Insgesamt hat aber noch kaum eines der bekannten neueren Start-ups mit Logistikbezug mit Gründungsjahren seit 2008 aus dem deutschsprachigen Raum den Schritt zu einem etablierten Anbieter von Logistikleistungen geschafft.

Neue Unternehmen stürzen sich auf Buzzword-Technologien

Technologieseitig sind Cloud-Lösungen und Mobile Computing die Grundlagen der digitalen Geschäftsmodelle. Lokalisierung wie auch Künstliche Intelligenz und Big Data Analyse werden zunehmend in Leistungsversprechen der Start-ups integriert. Sensoren und Robotik sind Themen in Logistiklagerstandorten. Themen wie das Internet der Dinge und Blockchain werden voraussichtlich mittelfristig noch zunehmen können.

Die Vielschichtigkeit und die offensichtlichen Potenziale für einen Technologieeinsatz in der Logistik bedingen es, dass weiterhin Potenziale für die Auseinandersetzung von Startups mit diesem Markt bestehen sollten. Schmerzpunkte der Logistik sind bspw. aktuell ein Fahrermangel, weitere Fortschritte hinsichtlich von CO2-Einsparungen im Güterverkehr, Fortschritte im Kombinierten Verkehr, durchgehende Transparenz von Versorgungsketten sowie weitere Themen. Es gibt offene Flanken der Logistik, so dass dieser große Markt auch weiterhin für Start-ups interessant sein dürfte.

Die Datenbasis enthält ausschließlich Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Verdichtungen finden sich vor allem in Ballungsgebieten und den größten Städten, darunter Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart. Diese Städte lassen sich klar als die Hotspots der neuen Unternehmen identifizieren.

Dieses White Paper ist als ein erster Schritt und Beitrag zum Verstehen der „Neuen Logistik“ konzipiert. Diese „Neuen Logistik“ entsteht im Überschneidungsbereich zwischen etablierten Logistikunternehmen, Logistik-Start-ups, Technologieeinsatz, Digitalisierung, dem Gedanken der stetigen Weiterentwicklung und Innovation zum Erreichen von Effizienzgewinnen oder auch Nachhaltigkeitszielen. Diese „Neuen Logistik“ gilt es weiter zu ergründen und zu beschreiben.

Über Tim Meinken 336 Artikel
Digitalisierte Frohnatur, Glücklicher Ehemann und zweifacher Vater. Er arbeitet als Produktmanager Social Media / Online (DVZ und BlueRocket) zudem ist er als Autor in Hamburg tätig. Hier können Sie mir folgen:

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