Start-up Pylot gewinnt Hamburger Pitch Night

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Das Start-up Pylot hat sich auf der Pitch Night der Digital Hub Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Hamburg gegen hochkarätige Mitstreiter durchgesetzt. Sieben Start-ups hatten jeweils drei Minuten Zeit, ihre Idee vor der vierköpfigen Investorenjury und dem Publikum zu pitchen, gefolgt von einer kurzen Fragerunde seitens der Jury.

„Das autonome Fahren wird nur mit Pylot funktionieren“, eröffnet Hendrik Kramer, Gründer des Münchener Start-ups Pylot, seinen Pitch. Schwierige innerstädtische Verkehrssituationen oder schlechte Wetterbedingungen würden immer menschliche Intervention erfordern. Die Lösung? Teleoperationsplattformen, sagt Kramer.

Diese ermöglichten das sichere Fernsteuern von automatisierten Fahrzeugen über das Mobilfunknetz. Gerät ein automatisiertes Fahrzeug folglich in eine Situation, in der es an seine Grenzen stößt, kommt es zum Stopp und ein Signal wird an die Operationszentrale gesendet. Von dort könnte sich ein Operateur auf das Fahrzeug einloggen und die Situation lösen, erklärt der Start-up-Gründer. Ein Einsatz dauere zwischen 5 und 45 Sekunden. So könne ein Mensch nicht nur ein, sondern mehrere Fahrzeuge gleichzeitig lenken. „Operateure können in einer Art Callcenter arbeiten. Man kann mit 20 Operateuren 100 Fahrzeuge managen“, erklärt Kramer. Für die Umsetzung brauche es nur ein stabiles 4G-Netzwerk.

Prototypen in der Betaphase

Die Technologie des Unternehmens basiert auf der zehnjährigen Forschung des Instituts für Teleoperation an der Technischen Universität München. Die ersten automatisierten und ferngesteuerten Prototypen fahren laut Pylot bereits auf der Straße. Das Projekt befindet sich in der Betaphase. Pylots Plan ist es, anderen Kunden ihre Teleoperationsplattformen anzubieten. Mittelfristig wollen sie in den amerikanischen Markt expandieren.

Als Gewinn erhielt Pylot ein Investorendinner mit der internationalen Konferenz- und Innovationsplattform Digital Life Design, Coaching- und Mentoringstunden, eine Reise nach New York sowie eine Trophäe. Doch es war nicht nur der Preis, auf den es die Start-ups abgesehen hatten, sondern das Netzwerken und der direkte Kontakt mit Branchenvertretern und potenziellen Investoren, die sich unter den rund 500 Besuchern befanden. Mit dabei waren auch Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für die Digitale Wirtschaft, sowie Michael Westhagemann, Hamburger Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die die Veranstaltung eröffneten.

Welche Ideen hatten die anderen Jungunternehmer?

Die anderen Start-ups beschäftigen sich unter anderem mit der Digitalisierung von Lagerprozessen mit Hilfe von Drohnen, der Digitalisierung des Frachtbriefes und der Echtzeitanalyse von Boden- und Klimabedingungen zur Beseitigung von Lebensmittelverschwendung entlang der Lieferkette. Letzteres kann vor allem in Hinblick auf den Klimawandel und des Bevölkerungswachstums aussichtvoll sein.

„40 Prozent des Obst und Gemüse gehen in der Lieferkette verloren“, sagt Nikita Gulin, Gründer des Start-ups Agranimo. „Wir können das verhindern, indem wir den Betrieben realitätsnahe Echtzeitprognosen zu den Wetterbedingungen geben und Ratschläge formulieren“, führt er aus. Mit Hilfe von eigens patentierten Sensoren will das junge Unternehmen, Umwelteinflüsse auf Mikroebene analysieren. Die dafür entwickelte Technologie sei einzigartig. Die röhrenartigen Sensoren sind mit Batterien ausgestattet, die 20 Jahre halten sollen, und würde dreimal die Stunde Updates an das System schicken. Demnach sollen natürliche Ressourcen effektiv genutzt und der Ernteertrag erhöht werden.

Ein anderer Teilnehmer, das Start-up Doksinnovation, möchte mit Hilfe von Drohnen die Digitalisierung in Logistik- und Industrieunternehmen vorantreiben. Diese sollen durch das Sammeln von Daten in Außen- und Innenbereichen, die Objekterkennung und Lokalisierung erleichtern. Nach Aussagen des Gründers und Geschäftsführers Benjamin Federmann können seine Kunden so bis zu 80 Prozent der Zeit und 70 Prozent ihrer Kosten bei Bestandserfassungen einsparen. Unter den derzeitigen Kunden befänden sich bekannte Namen wie Kühne + Nagel in Hamburg oder Rhenus.

Shipcloud hingegen arbeiten dicht an der Schnittstelle von E-Commerce und Versandlogistik. Das junge Unternehmen bündelt alle großen deutschen Versanddienstleister auf einer Cloud-Plattform und lässt den Kunden entscheiden, mit wem er sein Päckchen geliefert bekommen möchte. Die Herausforderung hierbei ist jedoch die Komplexität des Arbeitsprozesses je mehr Dienstleister hinzukommen.

Das Hamburger Start-up Nautiluslog hat sich nach eigenen Aussagen gleich zur Aufgabe gemacht, die gesamte Schifffahrt zu digitalisieren – angefangen bei den Logbüchern. Durch die App des Jungunternehmens können beispielsweise Schiffe getrackt sowie Ereignisse und Aufgaben für die Besatzung auf dem Schiff sowie an Land automatisch generiert werden.

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