Foto: Björn Hake/ Imago

Worauf Gründer achten müssen

Die Logistikbranche bietet viele Möglichkeiten für Gründer mit neuen Ideen. Durch den steigenden Kostendruck, die hohen Qualitätsansprüche der Kunden und dem Verlangen nach Nachhaltigkeit suchen etablierte Unternehmen immer wieder nach innovativen Lösungsansätzen und Technologien. Doch wie schwer es die Start-ups wirklich haben, zeigt eine aktuelle DVZ-Umfrage in der Start-up-Szene. Hier sind die Herausforderungen, welche Start-ups momentan am meisten beschäftigen und Tipps von und für Neugründer.

Um sich am Markt etablieren zu können, muss ein junges Unternehmen vor allem eines: aus der Menge herausstechen. Gerade in einer Branche, die seit vielen Jahren mit denselben Prozessen arbeitet, ist es wichtig, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und diesen zu zeigen, wie das eigene Produkt einen Mehrwert für die Firma schaffen kann. Aber mindestens ebenso wichtig ist, dass die Zeit bis zum Break-Even überbrückt werden muss – nicht nur aus finanzieller Sicht, auch die Motivation im Team muss aufrechterhalten werden.

Generell ist die Finanzierung eines der größten Probleme für neugegründete Start-ups. Zum einen sind Investoren und Unternehmen sehr vorsichtig mit ihren Geldanlagen, vor allem dann, wenn es darum geht, Geld in eine Idee zu stecken und im Notfall die Konsequenzen mittragen zu müssen. Außerdem legen Bürokratie und langsame Entscheidungsprozesse von Seiten potenzieller Kunden und Partner zusätzliche Steine in den Weg.

Um Kunden und Investoren von dem eigenen Produkt zu überzeugen, investieren Gründer viel Zeit in ihr Produktdesign. Dabei gibt es bestimmte Kriterien, auf die man achten sollte. Als wichtigste Faktoren haben Start-ups in der Umfrage unter anderem einfache Bedienbarkeit, Effizienzsteigerung, Transparenz und vor allem Einbindung der Kunden. Darüber hinaus spielen auch Optik, Schnelligkeit, deutliche Abgrenzung von anderen Produkten und die Skalierbarkeit eine wichtige Rolle.

Für alle Gründer und die, die es noch werden wollen hier noch einige Tipps der Start-ups:

Ich persönlich hätte gerade in der Anfangszeit eine Beraterin oder einen Berater in meinem Umfeld gebraucht, der mir beim Aufbau der Firma in allen Fragen hätte helfen können. In meinen Augen muss das jemand sein, der bereits selbst schon einmal eine Firma gegründet hat und die Fallstricke voraussehen kann. Außerdem sollte sie oder er nicht unmittelbar im Unternehmen mitarbeiten. Im besten Fall hat man einen Freund, der dieses Wissen hat oder man sucht sich einen Berater und bietet ihm Anteilsoptionen.

Marc Schmitt, Gründer und CEO Evertracker

Teile Deine Idee mit allen, die Dir zuhören wollen und schärfe sie am Feedback, dass Du erhältst. Keiner wird Dir Deine Idee „klauen“ – der erste Impuls meistens ein kritischer und den kannst Du nutzen.

Lasse Landt, CFO Pamyra

Zwischen wollen und machen liegen Welten. Eine gute Geschäftsidee ist zwar die Basis für ein Start-up, aber lange nicht so wichtig wie man glaubt – schon gar nicht die Erfolgsgarantie. Wichtig ist, dass man die Idee gut umsetzt und die PS auf die Straße bekommt. In drei Phasen sollte man sich auf folgende Fragen fokussieren: Im ersten Jahr: Ist mein Produkt die Lösung für das Problem, so wie ich es in meiner Idee angedacht hatte? Im zweiten Jahr: Kauft der Markt mein Produkt? (Dabei sollte man möglichst wenige Testprojekte starten!) Und was fehlt dem Produkt noch, um sich am Markt behaupten zu können? Im dritten Jahr: Wachstum!

Andreas Rinnhofer, Geschäftsführer Inn-ovativ

Wenn Du mit den großen Playern der Industrie zusammenarbeiten willst oder musst, benötigst Du viel Zeit und Geduld und damit auch das entsprechende Kapital. Wenn es gilt größere, bereits bestehende Unternehmen zu übertreffen, so kannst Du das nur erreichen, wenn Du schnell eine gewisse kritische Größe erreichst, so dass du Deine Leistung zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten kannst. Auf diesem Weg musst Du die Mittel haben, die Grundlage für erfolgreiche Finanzierung zu schaffen d.h. Investoren zu gewinnen.

Lasse Keldorf Jensen, CEO und Founder Shippion

Ein gutes Netzwerk aufbauen, zuhören, kreativ sein und zum mutigen Ausprobieren auffordern.

Frank Bolten, Managing Partner Chainstep

1) Sich intensiv darüber Gedanken zu machen, wie man wirtschaftlich die Anfangsphase, die mehrere Jahre dauern kann, überleben will

(2) Wie der Markt für die eigene Lösung strukturiert ist, ein tragfähiges Business Modell aussehen könnte und wie groß das Marktpotential sein soll

(3) Ob man wirklich bereit ist so viel zu arbeiten!

Stephan Collisi, Geschäftsführer Poolynk

An die Idee glauben, ausprobieren und sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen.

Markus Ziegler, Gründer Pakadoo

Glaubt an euch! Der erste Schritt zum Erfolg ist die innere Überzeugung, auf dem richtigen Pfad zu sein. Selbstverständlich ist der Weg nicht einfach und es wird immer Nörgler und Kritiker geben, aber gebt nicht auf, strebt aktiv vorwärts, entwickelt euer Unternehmen weiter und denkt nicht zu viel über jedes kleine Detail nach.

Jakob Muus, Gründer und CEO Tracks

Man sollte so schnell wie irgend möglich Feedback vom Markt einholen und dieses in die Entwicklung einfließen lassen. Ein Produkt im stillen Kämmerlein und ohne echtes Kunden-Feedback zu perfektionieren wird nicht funktionieren.

Marius Mülder, Geschäftsführer Tagxter

Einfach machen! 🙂 Nicht zu viel darüber nachdenken sondern den kleinstmöglichen MVP identifizieren, mit ein paar potentiellen Kunden sprechen und loslegen. Basierend auf dem Feedback iterieren und nach und nach an der Idee wachsen.

Christian Roeloffs, Gründer und CEO xChange

Geht raus und diskutiert eure Idee. Sucht das Gespräch mit Branchenkennern, lasst euch aber nicht von Skepsis entmutigen. Und im Zweifel: Probiert das Gründen einfach mal aus. Ich behaupte, man kann in wenigen Jobs in so kurzer Zeit so viel lernen – das ist in jedem Fall eine bereichernde Lebenserfahrung, selbst wenn es nicht klappen sollte.

Marian Pufahl, Geschäftsführer Synfioo

Kenne Deine Märkte wie Deine Westentasche. Durchhalten. Und suche Dir starke Partner, Du muss nicht alles alleine schaffen.

Alexander N. Jablovski, CEO Uze-Mobility

Also das wichtigste für angehende Gründer: Mutig sein, Nerven behalten, Kontakt zum Kunden aufnehmen und am Feedback wachsen!

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