Millennials verändern das B2B-Geschäft

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Der E-Commerce im B2B-Segment könnte in den nächsten sechs Jahren um über 70 Prozent auf 20,9 Billionen US-Dollar steigen, angetrieben durch das starke Wachstum und neue Trends im Bestellverhalten der jüngeren Generation. Das analysiert DHL Express in einer aktuellen Studie.

B2B digital ausrichten

Demnach werden bis 2025 bis zu 80 Prozent aller B2B-Geschäfte über digitale Kanäle abgewickelt, sagte John Pearson, CEO von DHL Express bei Vorstellung der Studie. Dank des starken E-Commerce-Wachstums verdiente der Logistikkonzern unerwartet gut. Mit einem Umsatzplus von 11,9 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis (Ebit) in Höhe von 2,7 Milliarden Euro blickt DHL auf sein „bestes Ergebnis der über 50-jährigen Unternehmensgeschichte“, erklärte das Unternehmen.

Onlineplattformen entscheidend

Die Pandemie habe diese Entwicklung in einem bislang nicht gekannten Ausmaß beschleunigt, so Pearson. Die Unternehmen hätten inzwischen erkannt, „dass Online-Verkaufsplattformen entscheidend für ihren Geschäftserfolg sind – heute und in der Zukunft“, erklärte Michiel Greeven, Executive Vice President Global Sales bei DHL Express.

Gen Y wird B2B-Entscheider

Neben den Trends von Globalisierung und Digitalisierung seien die Wachstumsprognosen verstärkt auf die technikaffine Generation Y (Gen Y) zurückzuführen, identifiziert der Konzern in dem Whitepaper. Dies seien die künftigen B2B-Entscheider, auf die schon heute 73 Prozent der B2B-Kaufentscheidungen entfielen. Daher müssten Unternehmen verstärkt in digitale Verkaufsplattformen investieren und auf einen ganzheitlichen Vertriebsansatz setzen. Eine Möglichkeit sei es, den Omnichannel-Ansatz auszubauen.

Erlebnis auf letzter Meile stärken

Auch der Ausbau eines „nahtlosen End-to-End-Prozesses“ sowie die Auswahl zwischen mehreren Transport- und Lieferoptionen auf der letzten Meile seien ausschlaggebend für das Kundenerlebnis, so die Studie. Für die Logistikprozesse bedeute das sowohl Kostentransparenz als auch Flexibilität, von denen B2B-Unternehmen profitieren können.

Um künftige Risiken und Herausforderungen zu überblicken, sollten Unternehmen, so die Studie, vier zentrale Herausforderungen im Blick behalten. Dazu gehören zum einen die „Digital first“-Mentalität und die Weiterbildung der Mitarbeiter, um auf veränderte Lieferketten vorbereitet zu sein. Zum anderen könnten neue Zollbestimmungen und rechtliche Vorgaben das Logistiknetz beeinflussen.

Große Unternehmen mit etablierten B2B-Plattformen sollten sich an den Wettbewerb anpassen und auch alternative Wege bieten, um so Kaufanreize zu schaffen, erklären die Autoren. Neben Eigenschaften wie personalisierten Inhalten und transparenter Preisgestaltung sollten Unternehmen vor allem eine Multi-Channel-Integration ihrer Inhalte anbieten, fasst die Studie zusammen.

Online-Verkaufsplattformen sind entscheidend. 

Michiel Greeven, Executive Vice President Global Sales bei DHL Express

Zukunftslabor: Krise verändert Mindset

Das veränderte Mindset der jüngeren Generation während und nach der Coronakrise war auch auf dem vierten Forum der Reihe Zukunftslabor Mobilität (Zulamo) am vergangenen Donnerstag ein bestimmendes Thema.

„Aus der Pandemie ergibt sich ein verändertes Mindset“, sagte Hochbahn-Chef Henrik Falk. „Die Sorglosigkeit aus den Vorjahren wird nicht mehr da sein. Die jüngere Generation erlebt gerade, dass nichts mehr sicher ist und dass einschneidende Maßnahmen notwendig sind“, so Falk. Unter Moderation von Robert Kümmerlen, stellvertretender DVZ-Chefredakteur, und Thomas Strothotte, Präsident der Kühne Logistics University (KLU) in Hamburg, diskutierten Mobilitätswende-Senator Anjes Tjarks, Hochbahn-Chef Henrik Falk und Stadtentwicklungs-Professor Jörg Knieling von der Hafencity-Universität über die Mobilitätswende der Stadt Hamburg im Jahr 2030. Es brauche „Push-Maßnahmen, die Ausweitung des Datenverkehrs und Angebotssysteme, um das Mindset zu unterstützen“, so Falk.

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